Für Kenner: Der Altdeutsche Schäferhund

Der Altdeutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und muskulöser Hund. Die Rüden werden bis zu 65 cm groß und die Hündinnen bis zu 60 cm. Das Gewicht liegt zwischen 30 und 40 kg. Die Farbe …

Altdeutscher Schäferhund
Startseite » Für Kenner: Der Altdeutsche Schäferhund

Der Altdeutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und muskulöser Hund. Die Rüden werden bis zu 65 cm groß und die Hündinnen bis zu 60 cm. Das Gewicht liegt zwischen 30 und 40 kg. Die Farbe des Fells ist meist grau, aber es gibt auch schwarze und braune Altdeutsche Schäferhunde. Von dem bekannten Deutschen Schäferhund unterscheidet er sich vor allem durch sein deutlich längeres Fell. Besonders sichtbar ist dieser Unterschied an der dichten „Mähne“ um den Hals.

Der Altdeutsche Schäferhund ist ein sehr robuster Hund, der sowohl hitze- als auch kältetolerant ist. Er ist anpassungsfähig, intelligent, aufmerksam, arbeitsfreudig und mutig. Er ist ein sehr guter Wächter und Schutzhund. Außerdem ist der Altdeutsche Schäferhund nicht nur ein guter Begleiter, sondern auch ein treuer Freund für die ganze Familie.

Was für eine Rasse ist der Altdeutsche Schäferhund?

Genau genommen gibt es keine Rasse mit dem Namen „Altdeutscher Schäferhund“. Die Internationale Kynologische Gesellschaft kennt keinen Rassestandard für diese Tiere. Auch in Deutschland hat der Deutsche Schäferhundeverein erst im Jahr 2010 diese Tiere unter der Bezeichnung „langstockhaariger Schäferhund“ anerkannt. Früher bezeichnete man als Altdeutschen Schäferhund alle Linien, die nicht in dem bekannten Schäferhund aufgegangen waren.

Warum ist das so? Ein kurzer Blick in die Geschichte wird hier Aufklärung schaffen. Im späten 19. Jahrhundert fasste der preußische General Max von Stephanitz den Entschluss, einen robusten und vielseitig einsetzbaren Gebrauchshund für das Militär zu züchten. Er legte besonderen Wert auf Ausdauer, Mut und Treue und bediente sich dabei des damaligen deutschen Schäferhundes. Diese Rasse diente bereits seit dem frühen Mittelalter vor allem in Süddeutschland als Hüte- und Wachhund.

Im Jahr 1899 gründete sich der bis heute bestehende Verein für Deutsche Schäferhunde, der fortan für die Zucht und Rassestandards verantwortlich sein sollte. Dort akzeptierte man zunächst Schäferhunde mit allen Fellfarben und Haarlängen und achtete vor allem auf die erwünschten Charaktereigenschaften. Über die Jahre hinweg wurden jedoch mehr und mehr Varianten aus der Zucht ausgeschlossen. Zunächst akzeptierte der Verein keine weißen und rauhaarigen Hunde mehr in der Zuchtlinie. Ab 1930 dann betrachtete man langes Stockhaar als Ausschlusskriterium für die Zucht. Der Grund dafür war, dass von Stephanitz darin eine Einschränkung der Wetterfestigkeit und Gebrauchstüchtigkeit der Hunde sah.

Nicht alle Menschen begrüßten damals diese Zuchtentscheidung und entschlossen sich die Nebenlinien des Deutschen Schäferhundes zu erhalten, die für das Militär als untauglich galten. So schlossen sie sich in eigenen Vereinen und Gruppierungen zusammen und widmeten sich der Zucht dieser Varianten unter dem Namen „Altdeutscher Schäferhund“.

Der Altdeutsche Schäferhund
Der Altdeutsche Schäferhund hat ein längeres Fell als der bekannte Schäferhund

Der Altdeutsche Schäferhund – Persönlichkeit

Da der Altdeutsche Schäferhund gewissermaßen ein Wehrdienstverweigerer ist, gilt er im Allgemeinen als ausgeglichener und ruhiger im Vergleich zu seinem nächsten Verwandten, der für die Armee gezüchtet wurde. Mit seinem gutmütigen und souveränen Wesen lässt er sich nicht schnell aus der Ruhe bringen. Deswegen und weil er sich immer freut, wenn er Spielen und Toben kann, ist der Altdeutsche Schäferhund eine wunderbare Ergänzung für Familien und fühlt sich in Haushalten mit Kindern wohl. Als Hüte- und Wachhund ist er besonders treu und anhänglich. Er baut ein enge Bindung zu seiner Bezugsperson und der ganzen Familie auf, die ein ganzes Leben lang hält.

Bei der Erziehung ist eine erfahrene Hand unverzichtbar. Wer bisher noch keinen Welpen ausgebildet hat, ist mit einem Altdeutschen Schäferhund schlecht beraten. Der Altdeutsche Schäferhund ist eine ernste Rasse, die eine konsequente Erziehung und klare Regeln benötigt. Zwar sind Altdeutsche Schäferhünde sehr intelligent, aber sie können auch zu Sturheit neigen und lassen sich nur schwer lenken. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass dem Hund klar und deutlich zu verstehen gegeben wird, was von ihm erwartet wird. Unklarheiten und Inkonsequenzen verunsichern den Hund und erschweren die Erziehung. Geduld und positive Verstärkung sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Altdeutsche Schäferhunde sind intelligent und lernen gerne, wenn sie gut erzogen sind. Aus diesem Grund und wegen seines ausgeglichenen Wesens ist er auch ein beliebter Arbeitshund, der in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz kommt. Er ist nicht nur, wie der Schäferhund auch, als Spür- und Wachhund bei der Polizei anzutreffen. Darüber hinaus ist er auch ein überaus erfolgreicher Therapiehund und erfreut sich als Begleit- und Führhund für Sehbeinträchtigte und Blinde großer Beliebtheit.

Einen Altdeutschen Schäferhund halten

Der Altdeutsche Schäferhund ist ein sehr aktiver und sportlicher Hund. Er liebt lange Spaziergänge und Ausflüge in die Natur. Auch auf dem Spielplatz ist er sehr gerne. Durch seinen ausgeprägten Arbeitswillen ist er auch sehr gut für den Hundesport geeignet. Wer sich dafür entschieden hat oder darüber nachdenkt einen Altdeutschen Schäferhund zu halten, sollte einige Dinge beachten.

Zunächst einmal sollte genügend Platz da sein, um einen Hund dieser Größe aufzunehmen. Der Altdeutsche Schäferhund ist ein aktiver Hund und benötigt viel Auslauf. Ein Haus mit Garten, in dem er sich bewegen kann, ist ideal. Er kann aber auch in einer Wohnung leben, wenn er sich täglich im Wald oder Park auslaufen kann. Zweitens sollte man sich klarmachen, dass der Altdeutsche Schäferhund täglich Zeit für die Pflege und Beschäftigung erfordert. Der Altdeutsche Schäferhund ist kein Hund, der gerne alleine gelassen wird und kann unglücklich und unausgeglichen werden, wenn er nicht genügend Zeit mit seiner Familie verbringt.

Wegen seiner Ausdauer und seines Bewegungsdrangs kommen neben Spaziergängen auch andere Aktivitäten in Frage. Als intellgenter und gelehriger Hund freut sich der Altdeutsche Schäferhund über anspruchsvollere Beschäftigungen, die nicht nur seinen Körper sondern auch seinen Verstand auf Trab halten. Neben Fährtenarbeit und Mantrailing sind so etwa auch Obedience und Agility eine gute Idee.

Hinsichtlich der Pflege und Gesundheit ist die richtige Ernährung für den Hund nicht zu vernachlässigen. Der Altdeutsche Schäferhund ist ein aktiver Hund und benötigt eine ausgewogene Ernährung, die aus hochwertigen Proteinen, Vitaminen und Mineralien besteht. Ansonsten ist er ein robuster und pflegeleichter Hund. Einzig sein Fell benötigt auf Grund der Länge etwas mehr Zuwendung. Wöchentliches Ausbürsten mit einer passenden Bürste ist angeraten. Findet gerade ein Fellwechsel statt, kann das Bürsten auch häufiger geschehen. Wer ein besonders glänzendes und gesundes Fell möchte, kann nach Spezialnahrung Ausschau halten.

Ein treuer Begleiter für das ganze Leben

Der Altdeutsche Schäferhund ist ein sehr loyaler und freundlicher Hund. Er ist intelligent und lernt schnell. Außerdem ist er aufgeschlossen gegenüber Menschen und anderen Hunden und eignet sich daher gut als Familienhund. Allerdings braucht er auch viel Auslauf und Bewegung, da er sonst unruhig und nervös werden kann. Altdeutsche Schäferhunde sind sehr gelehrig und lernen schnell. Sie eignen sich daher gut für die Arbeit als Polizei-, Zoll- oder Rettungshund. Sie sind auch sehr gut als Begleithunde für aktive Menschen geeignet.

Der Altdeutsche Schäferhund – Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen dem Altdeutschen Schäferhund und dem Schäferhund?

Der Altdeutsche Schäferhund ist eine Nebenlinie des bekannten Schäferhundes. Er unterscheidet sich von ihm vor allem durch sein längeres Fell.

Ist der Altdeutsche Schäferhund ein Familienhund?

Altdeutsche Schäferhunde sind ausgeglichene und verspielte Hunde, die sich gut in die Familie einfügen.

Sind Schäferhunde tierlieb?

Schäferhunde sind Wach- und Hütehunde, die ihr Heim verteidigen. Gegenüber Eindringlingen sind sie zwar wachsam, aber sie binden sich eng an ihre Familie und sind tierlieb.

Ist der Altdeutsche Schäferhund ein Anfängerhund?

Der Altdeutsche Schäferhund benötigt eine erfahrene Hand und konsequente Erziehung. Er ist nicht als Anfängerhund geeignet.

Quellen

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar