Feine Nase und ein sanftes Gemüt – Der Bluthund

Der Bluthund ist ein Schweißhund, der seit Jahrhunderten in Europa für die Jagd eingesetzt wird. Dafür ist er vor allem wegen seines ausgeprägten Geruchsvermögen bestimmt. Sein Geruchssinn ist etwa 1000-mal stärker als der eines Menschen …

Bluthund
Startseite » Feine Nase und ein sanftes Gemüt – Der Bluthund

Der Bluthund ist ein Schweißhund, der seit Jahrhunderten in Europa für die Jagd eingesetzt wird. Dafür ist er vor allem wegen seines ausgeprägten Geruchsvermögen bestimmt. Sein Geruchssinn ist etwa 1000-mal stärker als der eines Menschen und er kann Spuren verfolgen, die bis zu 300 Stunden alt sind. Er verfügt über etwa 300 Millionen Riechzellen im Vergleich zu den 3 Millionen Riechzellen beim Menschen. Dies macht ihn zu einem perfekten Such- und Rettungshund.

Der Bluthund ist ein großer und kräftiger Hund mit einem langen Kopf und einer schmalen Schnauze. Er hat kurzes, dicht anliegendes Fell, das in den Farben Schwarz, Braun oder Rot vorkommt. Die meisten Bluthunde haben weiße Markierungen auf ihrem Gesicht, der Brust oder dem Bauch. Seine Ohren sind lang und an der Spitze leicht nach vorne gebogen. Die Beine sind kräftig und muskulös, mit langen Pfoten und kurzen Krallen. Der Bluthund gehört zu den am weitesten verbreiteten Hunderassen in Großbritannien, Irland, den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Kanada .

Herkunft und Geschichte des Bluthund

Die Vorfahren dieser Rasse lebten wahrscheinlich schon in der Antike auf den Höfen der Gallier und Kelten und dienten ihnen als Hilfe bei der Jagd. Bekannt ist, dass sie im 16. Jahrhundert in den Ardennen im heutigen Belgien in Klöstern gezüchtet wurden. Wegen ihrer Herkunft aus dem Kloster St. Hubert nannte man sie lange Zeit auch Hubertushunde oder, auf Französisch, Chien de Saint Hubert. Unter diesem Namen führt ihn heute noch das belgische Zuchtregister auf. Der europäische Hochadel und die Königshäuser schätzten den Hund wegen seiner feinen Nase, seiner Ausdauer und seiner Folgsamkeit und setzten ihn für die Jagd auf Hirsche ein.

Wie es dazu kam, dass sich der Name der Rasse von Hubertushund zu Bluthund wandelte, ist nicht ganz klar. Eine naheliegende Möglichkeit ist, dass er diesen Namen erhielt, weil er mit seinem unübertroffenen Geruchssinn einen hervorragenden Schweißhund abgibt und daher eingesetzt wird um die Fährte verwundeter Tiere zu verfolgen, indem er ihr Blut erschnüffelt. Eine andere Erklärung wäre seine Nähe zum „Blauen Blut“, also dem Adel. Weil die Jagd ein Privileg der Adligen war, und der Bluthund vor allem als Jagdhund gezüchtet wurde, traf man ihn vor allem in der Jagdmeute des Adels an. Vorstellbar ist aber auch, dass sich der Name auf das „Blut“, also die Abstammung des Hundes selbst, bezieht. Dann wäre damit gemeint, dass es sich um eine besonders reinrassige Züchtung handelt.

Wie erziehe ich meinen Bluthund?

Trotz seines einschüchternden Namens ist der Bluthund ein sanftmütiger und folgsamer Geselle. Er ist alles andere als aggressiv und fügt sich gerne ins Rudel ein. Er ist sehr auf seine Bezugsperson fixiert und möchte gerne gefallen. Aus diesem Grund reagiert er am besten auf positive Bestätigung. Weil er sehr sensibel ist, sollte eine Bestrafung niemals ohne Grund erfolgen. Seine Neigung zu Sturheit wird nur stärker, wenn er harte Behandlung und Ungerechtigkeit erfährt.

Erfahrung bei der Erziehung und Haltung von Hunden sind auf jeden Fall vonnöten, wenn man sich einen Bluthund zulegen möchte. Er braucht von Anfang an konsequentes Verhalten und klare Kommandos. Bluthunde sind sehr intelligente Tiere und lernen schnell, wenn man ihnen die Chance gibt. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Erziehung eines Bluthundes ist die Sozialisation. Da diese Hunderasse sehr neugierig ist, sollte man ihnen die Möglichkeit geben, andere Tiere und Menschen kennenzulernen. Dies hilft ihnen dabei, sich in verschiedenen Situationen wohler zu fühlen und lässt sie auf andere freundlicher reagieren. Der Besuch einer Hundeschule macht in jedem Fall die Erziehung einfacher.

Einen Bluthund halten

Wie die meisten Jagdhunde braucht der Bluthund viel Auslauf und Beschäftigung. Tägliche Spaziergänge, die gerne auch einmal länger dauern können, sind unverzichtbar. Wenn es eine Möglichkeit gibt, ihn von der Leine zu lassen, sollte man sie in jedem Fall nutzen. Am glücklichsten ist er, wenn er nach Herzenslust herumschnüffeln kann. Er sollte nur unter strenger Aufsicht stehen und so erzogen sein, dass er aufs Wort gehorcht, denn wenn er eine interessante Fährte entdeckt, kann es vorkommen, dass er kein Halten mehr kennt. Ein Haus mit Garten in ländlicher Umgebung ist ein idealer Ort um einen Bluthund zu halten. Hier gibt es immer etwas Neues für ihn zu entdecken. Er kann sich aber auch in der Stadt wohlfühlen, vorausgesetzt dass ihm nicht langweilig wird. Am besten ist, man wechselt für die täglichen Spaziergänge häufiger die Strecke.

Als Aktivitäten und Spiele kommen vor allem solche in Frage, die mit seiner Vorliebe für Fährten und Jagd zu tun haben. Mantrailing ist beispielsweise eine gute Idee. Generell braucht er nicht nur Bewegung sondern wegen seiner ausgeprägten Intelligenz auch geistige Beschäftigung, damit er ausgelastet ist und sich nicht langweilt. Wegen seiner sanften Persönlichkeit ist ein Bluthund ein wunderbarer Familienhund.

Der Bluthund ist ein Vielfraß und braucht eine Menge an Futter, die seinem Bewegungsdrang und Energiebedarf gerecht wird. Neben dem üblichen Nass- und Trockenfutter kann er auch Fleisch und Knochen sowie gekochtes Gemüse zu fressen bekommen. Während Welpen drei bis vier Mahlzeiten am Tag erhalten sollten, sollte ein erwachsener Bluthund zweimal am Tag fressen. Wichtig ist darauf zu achten, dass er nicht übergewichtig wird, was bei dieser Rasse schnell passieren kann. Im Zweifelsfall kann ein passendes Diätfutter hier Abhilfe schaffen.

Im Allgemeinen gilt der Bluthund als nicht sehr anfällig für Krankheiten und kann bei entsprechender Pflege bis zu zehn Jahre alt werden. Es gibt aber ein paar Dinge zu beachten. Wegen seiner herabhängenden Ohren kann er sich hier leicht Entzündungen zuziehen. Auch Milben können sich dort einnisten, vor allem wenn der Hund viel draußen ist. Weiterhin sind die Augen anfällig für Bindehautentzündungen, was an den schlaffen Augenlidern liegt, durch die ihm Haare in die Augen hängen können. Auch Entzündungen und Ekzeme an faltigen Hautstellen können auftreten. Das Fell eines Bluthundes benötigt wenig Pflege und muss nur gelegentlich ausgebürstet werden.

Ein treuer Begleiter für ein aktives Leben

Der Bluthund ist ein folgsamer und sanftmütiger Hund, dessen Ausbildung und Haltung einige Erfahrung verlangen. Wer Geduld und Zuwendung aufbringen kann, findet in ihm eine treue Seele. Am wohlsten fühlt er sich, wenn er auf langen Spaziergängen in der Natur auf Erkundungstour gehen kann. Bluthunde passen sich gut in den Haushalt ein und kommen mit Kindern hervorragend zurecht.

Ist ein Bluthund gefährlich?

Der Name mag einschüchternd klingen, aber Bluthunde sind alles andere als aggressiv oder gefährlich. Der sanftmütige Riese ist ein ruhiger und folgsamer Hund.

Warum heißen Bluthunde so?

Die Herkunft dieses Namens lässt sich schwer zurückverfolgen. Möglicherweise stammt er daher, dass diese Tiere von Adligen als Jagdhunde eingesetzt wurden. In Belgien nennt man ihn bis heute Hubertushund nach dem Kloster, in dem er gezüchtet wurde.

Was dürfen Bluthunde?

Bluthunde sind begeisterte Schnüffler, die gerne losrennen, wenn sie etwas Spannendes entdeckt haben. Man sollte sie konsequent erziehen und nur von der Leine lassen, wenn sie aufs Wort gehorchen. Sie sind beliebte Polizeihunde und helfen bei der Suche nach Vermissten.

Quellen

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar