Appenzeller Sennenhund

Der Appenzeller Sennenhund (auch Appenzellerhund oder Appenzöller Bläss genannt) ist eine mittelgroße Hunderasse, die früher einmal als Hütehund eingesetzt wurde und auch heute noch viel Energie hat. Er ist also nichts für Bewegungsunfreudige!

Appenzeller Sennenhund – Rasseporträt

FCI

FCI Nr. 46, Gruppe 2, Sektion 3

Ursprungsland

Schweiz

Widerrist:

Rüden: 52 – 56 cm
Weibchen: 50 – 54 cm

Gewicht:

Rüden: 20 – 25 kg
Weibchen: 20 – 25 kg

Fell:

stockhaarig, kurz, eng anliegend
Das Deckhaar ist dicht, glänzend.
Die Unterwolle ist dicht.

Fellfarben:

in schwarz, grau oder braun
Grundfarbe schwarz und havannabraun
mit symmetrischen gelben bis rotbraunen und weißen Abzeichen.

Lebenserwartung des Appenzellers

12 bis 15 Jahre

Geschichte des Appenzeller Sennenhundes

Der Appenzeller Sennenhund wurde früher in der Schweiz vorwiegend von Bauern und Hirten als Arbeits- bzw. Hütehund eingesetzt. Haus und Hof wurden effektiv von dieser bellfreudigen Rasse bewacht und beschützt sowie die Herde gut zusammengehalten. Die genauen Ursprünge sind recht unbekannt. Man vermutet jedoch, dass die Rasse Vorfahren bei den Kriegshunden der Römer hat. Durch die Feldzüge über die Alpen wäre diese Rasse demnach in die Schweiz gebracht worden.

Seinen Namen hat die Rasse von der Appenzell, dem nordöstlichen Kanton der Schweiz. Der Name wurde das erste Mal im „Tierleben der Alpenwelt“ im Jahr 1853 erwähnt. Später hat sich dann der Forstinspektor Max Sieber für die Rasse stark gemacht, die er bei einem Urlaub in der Schweiz entdeckt hat. Er gab die Rassemerkmale an die Schweizerische kynologische Gesellschaft weiter. Erst in 1896 wurde der Appenzeller Sennenhund als eigene Rasse anerkannt.

Die erste gezielte Züchtung erfolgte in 1898 durch den Kynologen und Geologen Albert Heim im Kanton Appenzell. Dieser gründete in 1906 den Club zur Reinzucht der Appenzeller Sennenhunde und legte 1914 den ersten Rassenstandard fest. Seit 1954 ist die Rasse auch offiziell von der FCI anerkannt.

Erscheinungsbild des Appenzeller Sennenhundes

Ein Appenzelleer Sennenhund hat eine mittelgroße, muskulöse fast quadratische Statur. Die Färbung ähnelt der seines Verwandten: dem Berner Sennenhund. Sein Kurzhaarfell ist in der Regel schwarz oder havanabraun und glänzt. Es ist mit symmetrisch angeordneten weißen und braunroten Abzeichen versehen. Er hat also eine weiße Brust, Blesse und Schwanzspitze sowie einen weißen Halsring und weiße Pfoten. Auch der Fang ist weiß. Über seinen mandelförmigen Augen sind zwei braunrote Flecken. Das braunrot ist aber auch an den Läufen und Backen des Hundes. Die Rute ist dicht beharrt und über seinen Rücken geringelt.

Pflege des Appenzeller Sennenhundes

Die Fellpflege dieser Hunderasse ist relativ unkompliziert. Du solltest ihn allerdings regelmäßig mit einer Bürste bürsten, um alte und tote Haare zu entfernen.

Wesen und Charakter des Appenzeller Sennenhundes

Die als Arbeitstier bekannte Hunderasse, sind starke und inteligente Energiebündel. Du musst einen Appenzeller Sennenhund also ordentlich mit viel Bewegung beschäftigen und auch seinen Geist herausfordern. Durch ihre gute Lernfähigkeit wird diese Rasse gern als Lawinensuch-, Rettungs- oder Blindenhund genutzt. Auch als Wach- und Schutzhund eignet sich dieser Hund hervorrragend, da er sehr bellfreudig, mutig und wachsam ist. Er wird Dich und Deine Familie als sein Rudel immer selbstbewusst beschützen.

Gegenüber seiner Familie ist er besonders freundlich und treu. Aber bei Fremden reagiert er eher reserviert und misstrauisch, aber niemals aggressiv. Durch seine hohe Intelligenz und der schnellen Reaktion, ist er ein hervorragender Blindenhund. Er sieht und erkennt die Mimik und Gestik bei Menschen schnell und reagiert dementsprechend. Ein Appenzeller Sennenhund ist sehr anhänglich und total verschmust, was ihn als einen guten Familienhund auszeichnet. Am glücklichsten wird er, wenn Du und Deine Familie aktiv unterwegs seid, dann ist er immer dabei. Die Rasse eignet sich auch hervorragend für Kinder, da Appenzeller Sennenhunde eine unermüdliche Freude am Spielen und Toben haben. Auch andere Tiere sind für diese Rasse kein Problem.

Haltung des Appenzeller Sennenhundes

Ein Appenzeller Sennenhund ist ein Arbeitstier. Du musst ihm also genügend Auslauf bieten können und auch geistig genug herausfordern. Ideal eignen sich hierfür Hundespielzeuge zum Werfen oder Intelligenzspielzeuge. Auch Suchaktionen zu Hause wären eine Option, um dieses Energiebündel zu beschäftigen. Diese Rasse ist bei einer sinnvollen Beschäftigung am glücklichsten.

Auch Hundesport eignet sich gut für diese Rasse. Sportarten wie Agility oder die Ausbildung zum Rettungshund sind eine tolle Beschäftigungsmöglichkeit für diesen Vierbeiner. Sie sind sehr arbeitsfreudig und temperamentvoll, kommt das zu kurz, geht Dir Dein Hund ein.

Dennoch ist dieser Hund nichts für Anfänger. Sie benötigen von klein auf eine konsequente, liebevolle und ausgewogene Erziehung. Wird diese Rasse vom Familiengeschehen ausgeschlossen oder die Erzioehung ist zu hart, droht sogar Bissigkeit durch die Rasse.

Diese Rasse ist erst ab 18 Monaten ausgewachsen, daher sollte er nicht vorher am Fahrrad mitlaufen oder joggen.

Rassespezifische Krankheiten:

Rassenspeziefischer Natur sind Neigungen zu Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie, Grauem Star, Herzfehlern und Hautproblemen. Ansonsten ist diese Rasse sehr robust und pflegeleicht, da sie in der Regel immer draußen bei der Herde bleiben mussten.

FAQ zu Appenzeller Sennenhunde

Ist ein Appenzeller Sennenhund für die Familie geeignet?

Auf jeden Fall! Diese Hunderasse liebt ihre Familie und passt gut auf sie auf. Achte nur darauf, dass Du ihn gut und viel beschäftigen kannst. Ist Deine Familie eher bequemer und nicht sehr aktiv, eignet sich ein Appenzeller leider nicht für euch.

Wie alt werden Appenzeller Sennenhunde?

Appenzeller Sennenhunde werden zwischen 12 und 15 Jahren alt. Das ist eine lange Lebensdauer für einen Hund.

Ist ein Appenzeller Sennenhund für Anfänger geeignet?

Eher nicht. Ein Appenzeller benötigt eine konsequente, liebevolle und geduldige Erziehung. Die Balance zwischen Strenge und Milde ist wichtig, ansonten kann der Hund auch zum sturen Esel werden und schlimmstenfalls aggressiv.

Quellen