Deutscher Großspitz

Deutscher Großspitz – Rassepoträt

Diese Namen bezeichnen dieselbe Rasse:

German Spitz

FCI:

FCI Nr. 97, Gr.5, Sek.4

Ursprungsland:

Deutschland

Lebenserwartung:

13 – 15 Jahre

Verwendung heute:

Wachhund, Haushund, Begleithund und Familienhund

Verwendung früher:

Jagdhund, Wachhund, Schlittenhund und für den Fischfang.

Erscheinungsbild:

Er trägt ein schönes Haarkleid mit einem mähnenartigen Kragen. Sie haben einen fuchsähnlichen Kopf mit flinken
Augen und kleine spitze, engstehenden Ohren die ihm das kecke Erscheinungbild verleihen.

Widerrist:

42-50 cm – beide Geschlechter

Gewicht:

15-20 kg – beide Geschlechter

Fell:

Haarkleid:
Das Deckhaar ist gerade, lang, abstehend mit fester Struktur.
Die dichte Unterwolle ist kurz, weich, dick und wattig.

Fellfarben:

Fellfarben sind Weiß oder die Altfarben braun und schwarz.

Pflege:

Die Deutschen Großspitze sind pflegeleichter wie es auf den ersten Blick scheint.
Die Hunde der Rasse sind sehr reinlich und erledigen die Fellpflege am liebsten selbst. Das Haarkleid ist wetterfest und durch die dichte Unterwolle ist der Deutsche Spitz gut gegen Kälte geschützt.
Das Fell ist schmutzabweisend und neigt nicht dazu zu verfilzen.
Es genügt, wenn er regelmäßig gebürstet wird, dann aber
bitte mit einer weichen Bürste um die Unterwolle nicht zu verletzen.
Er muß nicht getrimmt oder geschoren werden.
Sollte er mal nass sein reicht es ihn mit einem Handtuch trocken zu reiben und eventuell zu bürsten.
Ist das Haarkleid getrocknet, fällt der verbleibende Schmutz von alleine ab.

Charakter:

Er ist wachsam, bellfreudig, Fremden gegenüber misstrauisch, sehr anhänglich gegenüber Familienmitgliedern, lerneifrig, wachsam, intelligent, aufmerksam, gelehrig, treu, lebhaft, sehr gutes Gehör, Besitzverteidigung, witterungsunempfindlich und neigt nicht zum streunen oder wildern,

Haltung:

Der Deutsche Großspitz ist für Hundeanfänger geeignet,
da er leicht erziehbar ist. Seine Erziehung sollte aus viel Liebe, Lob, Geduld und Konsequenz bestehen. Wer Konsequenz allerdings mit Härte, Drill und strengen Töne verwechselt wird schnell merken das nichts mehr geht. Im Gegenteil, lieblose Behandlung und Ausgrenzung wie eine Zwinger- oder Kettenhaltung ruiniert diesen. Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung.
Der Deutsche Großspitz will, wenn es nach ihm geht bei jedem Wetter draußen sein.
Da ihm der Jagdtrieb fehlt ist er ein toller Begleiter beim Joggen, Radfahren, langen Spaziergängen oder Reiten.
Aber auch viele Hundesportarten machen dem Deutschen Großspitz Spaß wie z.B. Agility, Fährtenarbeit sie werden auch als Rettungshunde eingesetzt.
Die Hunde sind gut und schnell trainierbar.
Diese Hunderasse ist für ihr schnelles und häufiges bellen bekannt, was die Wohnungshaltung etwas erschwert wenn die Nachbarn nicht sehr nachsichtig sind.
Am liebsten sitzt/thront der Spitz auf einem Platz der etwas erhöht ist und von dem aus er alles überblicken/bewachen kann.

Diese Hunderasse neigt bei mangelnder Bewegung zu Übergewicht.

Rassespezifische Krankheiten:

Der Deutsche Großspitz ist sehr robust und neigt nicht übermäßig zu Krankheiten.

Geschichte:

Die Deutschen Spitze gelten als die äteste Hunderasse Mitteleuropas und damit als Nachkommen des steinzeitlichen Torfhundes, aus ihnen sind viele andere Rassen entstanden.
m Mittelalter war er der zuverlässige Bewacher
von Bauernhöfen und Häusern. In dieser Zeit thronte er am liebsten oben auf dem Misthaufen und meldete jeden lautstark durch sein bellen an, durch diesen Anlass bekam er damals auch den Namen „Мistbeller“.
Er war ein reiner Gebrauchshund und hatte unterschiedliche Aufgaben wie z.B. als Jagdhund und Wachhund.
In Großbritannien war er lange verpönt; dort interessierte man sich zu der Zeit nur für die anderen Spitzarten.

Der Platz von des schwarzen Großspitz war und ist vor allem
im schwäbischen, in Baden-Württemberg. Dort wurden sie traditionell von den Weinbauern gehalten, ihre Aufgabe war
es die reifen Weintrauben vor Naschern in den Weinbergen zu schützen, egal ob sie vier oder zwei Beine hatten.
Deshalb wurde er dort auch Weinbergspitz genant.
Es gab auch Zeiten wo er völlig aus der „Мode“ kam, was die Konsequenz hatte das er fast ausgestorben wäre.
Mitte der 90er Jahre gab es den vorerst letzten Wurf von braunen Großspitzen der ins Zuchtbuch eingetragen wurde.
Ende der 90er Jahre war es um den schwarzen Großspitz auch nicht gut bestellt, in der Zwischenzeit hat sich dieser Farbschlag wieder etwas stabilisiert.
2002 wurden nur noch 7 Welpen der Rasse Deutsche Großspitze geworfen.
2003 wurde der Gefährdungsgrad der Kategorie I (extrem gefährdet) für den Deutschen Großspitz auf die Rote Liste der gefährdeten Haustierrassen der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) gesetzt.

2005 wurden nur 5 weiße Welpen geworfen.
Seitdem haben es sich einige Hundezüchter wieder zur Aufgabe gemacht die Zuchttätigkeit zu beleben, der Erfolg ist jedoch eher mäßig, da man nicht auf neue Hunde für die Zucht aus dem Ausland zurück greifen kann.
Seit 2008/2011 sind die braunen Großspitze wieder da.
2008 genehmigt der VfdSp/VDH erstmalig eine Verpaarung eines braunen Mittelspitzes mit einem schwarzem Großspitz. Heraus kam ein Wurf schöner brauner Großspitze.
Ausser in Holland, in Tschechien und der Slowakei ist der Großspitz in den anderen europäischen Staaten auch so gut wie nicht mehr zu finden.
Völlig unbekannt ist der Deutsche Großspitz in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, bzw. er wird in diesen Ländern nicht als Rassehund anerkannt.
Noch heute sind die schwarzen Großspitze vom Aussterben bedroht, trotz ihrer langen Tradition.
Die weißen deutschen Großspitze waren und sind mehr an der Küste von Nord- und Ostsee zu finden, z.B. auf den dortigen Lastkähnen. Dieser Farbschlag war durch ihr elegantes Erscheinungsbild auch in der damaligen gutbürgerlichen, vornehmen Gesellschaft und dem europäischen Hochadel sehr beliebt.

Erscheinungsbild

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