Yorkshire Terrier

Rasseporträt: Yorkshire Terrier

FCI-Standard Nr. 86 / Gruppe 3: Terrier / Sektion 4: Zwergterrier. Ohne Arbeitsprüfung

Der Yorkshire Terrier ist einer der kleinsten Hunde der Welt. Er ist anerkannt von der weltweit größten Hundeorganisation, der Federation Cynologique Internationale (FCI) sowie dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Der Yorkshire Terrier ist ein hübscher und hoch interessanter Hund.

Yorkshire Terrier Steckbrief

Größe (Widerrist): 18 – 23 cm
Gewicht: 2,4 – 3,2 kg
Verwendung: Begleithund/Gesellschaftshund
Alter: 10 – 15 Jahre
Charakter: intelligent, selbstbewusst, wachsamBewegungsdrang: stark
Jagdtrieb: xxx
Fellpflege: Bei langem Haar anspruchsvoll
Anfängerhund: Bei Konsequenz jaPreis: 900 – 1000 Euro

Yorkshire Terrier – Geschichte und Ursprung

Der Ursprung des Yorkshire Terriers liegt im Norden Englands. Dort züchteten Arbeiter in diversen Industriestädten der Grafschaft Yorkshire im 19. Jahrhundert gezielt Terrier. Daher hat der kleine, lebhafte Hund seinen Namen. Die Aufgabe dieser Terrier war es anfänglich, Mäuse und Ratten in den Stadtgebieten zu jagen.

Später legten die Züchter Wert auf möglichst kleine Terrier, die der Adel als Gesellschaftshunde liebte. Im Jahre 1876 erfolgte die offizielle Anerkennung der Yorkies. Ende des 19. Jahrhunderts war der Yorkshire Terrier ein sehr beliebter Zwerghund in Großbritannien.

Um 1970 kam der endgültige Durchbruch. Der niedliche, kampflustige Yorkshire Terrier war als Gesellschaftshund anerkannt.

Verwendung heute

Heute ist der Yorkshire Terrier ein sehr beliebter, zuverlässiger Begleithund, dessen Vorteile seine geringe Größe und seine Unerschrockenheit sind.

Als Familienhund eignet sich der Yorkie, wie er in Kurzform oft genannt wird, auch recht gut. Die Voraussetzung dazu ist, dass er als Welpe eine konsequente Erziehung erfährt. Dann kommt er sogar als Anfängerhund in Frage.

Als Seniorenhund ist der Yorkshire Terrier ein liebevoller Genosse, wenn er z.B. aus einem Tierheim kommt. Er ist dann meist ein paar Jahre älter und ein dankbarer Schmusehund für ältere Damen oder Herren.

Erscheinungsbild

Laut FCI-Standard Nr. 86 ist der Yorkshire Terrier ein adretter, kompakter Hund mit kernigem, gut proportioniertem Körper.
Das lange, seidige Haar hängt beidseitig glatt und gleichmäßig herab. Von der Nase bis zur Rutenspitze ist ein Scheitel sichtbar. Die Rute ist reich mit dunkel-stahlblauem Haar bewachsen.
Gerade Läufe, eine gut gelagerte Schulter und mäßig gewinkelte Kniegelenke erbringen ein freies Gangwerk mit viel Schub.
Der Kopf ist klein und flach, mit nicht zu langem Fang und schwarzem Nasenschwamm.
Die mittelgroßen, dunkel glänzenden Augen zeigen einen intelligenten, wachsamen Ausdruck.
Die kleinen, V-förmigen Ohren stehen aufrecht und nicht zu weit auseinander. Sie sind mit kurzem Haar in typischer Tan-Farbe bedeckt.

Was bedeutet die Farbbezeichnung „Tan“ beim Yorkshire Terrier?
Die Farbschattierungen spielen nach FCI- Standard eine besondere Rolle bei der Beurteilung.
„Tan“ bedeutet, dass das harabhängende Haar an Kopf, Bart und Vorderseite (Brustbereich) mit etwa zwei Jahren goldfarben sein soll. Es sollte mit schattiertem Kerzen- oder Sonnenlicht vergleichbar sein. Braune, graue oder schwarze Haare sind fehlerhaft.

Das glatte, seidigglänzende Mantelhaar ist stahlblau. Im Licht der Sonne soll es einen bläulichen Schimmer spiegeln. Etwas dunkleres oder helleres Blau ist erlaubt, keinesfalls aber wellige, wollige, silberne oder weiße Haare.

Yorkshire Terrier – Haltung

Wer den kleinen Yorkshire Terrier nach seinem goldigen Aussehen beurteilt, kann eine faustdicke Überraschung erleben. Denn der kleine Kerl ist ein couragiertes, freches Energiebündel. Richtig und rechtzeitig gut erzogen, ist er relativ problemlos zu halten. Wichtig ist immer, ihn bei seiner Selbstüberschätzung rechtzeitig zu bremsen.
Er darf wegen seiner geringen Größe auch manchmal in Wohnungen gehalten werden, die offiziell „Hundeverbot“ haben.

Wichtig ist, dass der Yorkie immer ausgelastet ist. Er braucht regelmäßige Spaziergänge, liebt Jagd- und Suchspiele und buddelt mal gerne hier und dort herum.
Ein Agility-Parcours macht den intelligenten, lebendigen ehemaligen Rattenjäger garantiert glücklich. Andererseits kann der Yorkie auch ein gemütlicher Schmusehund sein.
Außerdem haart er kaum.

Wichtige Hinweise zur Pflege

Wer dem Yorkshire Terrier eine „Kurzhaarfrisur“ verpasst, hat mit der Fellpflege keine besonderen Probleme. Das typische lange, seidige Fell benötigt aber eine fachmännische und regelmäßige Pflege. Der Yorkie hat keinen natürlichen Fellwechsel, haart nicht und braucht deshalb unbedingt ein häufiges Trimmen.

Der Besuch eines Hundefriseurs sollte immer mal wieder erfolgen. Das typische Schleifchen am Kopfhaar vermeidet übrigens, dass Haare in die Augen hängen und rasch mal Entzündungen verursachen können.

Alle paar Wochen sollte der Yorkie ein Bad bekommen. Vorher bitte Wattepfropfen in die Ohren stecken und möglichst ein Spezialshampoo für Yorkshire Terrier verwenden. Danach gut trocknen mit Bürste und Föhn. Eine normale Haarbürste (ohne Noppen mit Naturborsten) Zupfbürste und Stielkamm genügen.
Immer auf Fremdkörper und Parasiten (Zecken) achten.

Augen-, Ohr- und Zahnpflege am besten nach Rat von Tierarzt oder Züchter durchführen.
Die Krallenpflege sollte ebenfalls immer mal wieder anstehen. Yorkies nutzen ihre Krallen wegen des leichten Körpergewichtes oft zu wenig ab.

Ernährung beim Yorkshire Terrier

Der Yorkie ist von Haus aus kein großer Fresser. Deshalb keine zu großen Portionen anbieten!
Im Welpenalter bis etwa 3 Monate gibt es 3-4 Mahlzeiten, bis etwa 6. Monat 2-3, bis 10. Monat zweimal eine Portion. Ab 12. Monat eine Mahlzeit, am besten vor dem Abendspaziergang.

Wichtig ist, dass keine größeren Brocken im Futter enthalten sind (Erstickungsgefahr).

Egal ob Nass- oder Trockenfutter (bevorzugen!), nie länger als eine Viertelstunde stehen lassen. Immer wegräumen, auch wenn der Napf nicht leer ist. Der oft etwas eigensinnige Yorkie muss sich auch bei den Futterzeiten an Disziplin gewöhnen.

Für den Yorkshire Terrier typische Krankheiten

Typische Erkrankungen dieser Rasse sind oft erblich bedingt.
Die Patella Luxation (Verrenkung der Kniescheibe) gehört dazu. Sie tritt in vier Stadien auf.
Stadium 1 und 2 bereiten keine großen Schwierigkeiten, Es kann dadurch gelegentlich zu Lahmheit kommen. Die Stadien 3 und 4 führen zu ständiger Lahmheit, nur eine Operation kann helfen.
Eine offene Fontanelle (nicht komplett geschlossene Schädeldecke) kann schon bei leichtem Schlag auf den Kopf gefährlich sein. Es kann zu epileptischen (Krampf-) Anfällen kommen.
Der Hydrocephalus (Wasserkopf) ist meist angeboren. Ein gewölbter Schädel und Koordinations- Störungen sind entsprechende Anzeichen. Unbehandelt tödlich, es gibt aber medikamentöse und operative Therapiemöglichkeiten.
Ein empfindlicher Verdauungsapparat (z. B. Gedtreide) und Probleme mit den Zähnen (Zahnwechsel) sind ebenfalls typisch für den Yorkshire Terrier.
Ein Luftröhren Kollaps tritt gelegentlich bei Tieren mittleres Alters auf. Erstes Anzeichen ist ein plötzlich auftretender Husten. Ursache sind weicher werdende Knorpelspangen in der Luftröhre. Auslöser der Beschwerden ist oft die Hundeleine (Halsband), weshalb ein Geschirr sinnvoll ist.

Weiteres Interessantes zum Yorkshire Terrier

Der Yorkie ist eine der beliebtesten und kleinsten Hunderassen international.

Berühmtheit erlangte z. B. die Yorkshire Terrier-Hündin Sylvia aus Blackburn in England. Sie wurde nur zwei Jahre alt und war mit nur 6 cm Schulterhöhe der bisher kleinste Hund der Welt.

Auch als Filmstars glänzten Yorkies schon. Im Film „Ein Fisch namens Wanda“ sind gleich drei Yorkis vertreten. Versehentlich kommen sie, der Reihe nach, zu Tode.

Etliche Prominente wie Audrey Hepburn oder Whitney Houston besaßen einen Yorkshire Terrier. Der amerikanische Schauspieler Bruce Willis z. B.liebt seinen Yorkie-Rüden Wolfie.

Yorkshire Terrier – Kauf beim Züchter

Wer einen rassereinen, gesunden Yorkshire Terrier als Welpe (ca. 8 Wochen alt) erwerben möchte, sollte ihn beim Züchter kaufen.
Zertifizierte Züchter, die einem Verein angehören, der den Dach- Organisationen VDH oder FCI verpflichtet sind, gelten als seriös.

Eine gute Adresse zur Züchtervermittlung ist z.B. der Klub für Terrier e. V. (KfT) im hessischen Ort Kelster. E-Mail: [email protected]

Es wäre sinnvoll vor dem Kauf Züchter und Zuchttiere eines Welpen vor Ort anzuschauen. Dabei können gleich Ahnentafel und Impfbuch eingesehen werden.

Die ersten Wochen beim neuen Besitzer

Wenn der Welpe vom Züchter weg in seine neue Umgebung kommt, braucht er noch den Geruch seiner Mutter (Stofffetzen) im Körbchen. Das gewohnte Welpenfutter sollte noch verfügbar sein.

Da der kleine Kerl von Beginn an genau weiß, was er will, sollte rasch eine Bezugsperson für seine Erziehung und Betreuung zuständig sein. Mit dieser Person kann der Yorkie, der ja recht loyal und wissbegierig ist, dann spielend das Gehorchen lernen.

Das Gewöhnen an Kinder und andere Familienangehörige ist erste Aufgabe. Wichtig dabei ist, den Yorki als vollwertigen Hund zu behandeln. Denn er ist ein kleiner Hund mit großem Mut und viel Selbstbewusstsein.

Wenn er lernt, dass er zwar der Liebling, aber nicht der Chef der Familie oder seines Besitzers ist, ist viel gewonnen. Sobald er auch kapiert hat, dass andere, vor allem größere Hunde mit dem angemessenen Respekt zu behandeln sind, ist alles gut.

Ab jetzt ist der Yorkshire Terrier ein quicklebendiger, treuer, wachsamer und zuverlässiger Gefährte,
ein typischer Terrier mit all seinen Qualitäten.