Hund zu dick – Übergewicht bei Hunden

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Übergewicht beim Hund – Vorbeugen

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Ist ihr Hund zu dick? – Allgemeines zu “Dicker Hund”

Allgemeines zu “Dicker Hund”, bzw. zu “Dicke Hunde”
Hundebesitzer fragen sich hin und wieder ob Ihr Hund zu dick ist.
Laut Forschungs-Ergebnissen soll mittlerweile jeder dritte Hund zu dick sein.
Wie auch bei uns Menschen lässt zu viel Gewicht einen Hund Bewegungsarm werden und das Übergewicht verringert die Lebenserwartung des Hundes erheblich.
Es gibt Hunderassen die eher zu Übergewicht neigen als andere.

Diese Hunderassen neigen besonders zu Übergewicht:
Zu Übergewicht neigen z.B. folgende Hunderassen:
– Amerikanischer Cockerspaniel
– Basset
– Beagle
– Cain – Terrier
– Cavalier King Charles Spaniels
– Collie
– Dackel
– Labrador
– Norwegische Elchhunde
– Shelties

Selten zu Übergewicht neigen z.B. folgende Hunderassen:
– Boxer
– Deutscher Schäferhund
– Doberman
– Greyhound
– Irish Setter
– Stafford Shire Bullterrier
– Whippet
– Yorkshire Terrier

Wie stelle ich das Gewicht meines Hundes fest?
Kleine Hunde wiegen
– erst stellt man sich alleine auf eine Personenwaage
– dann nimmt man den Hund auf den Arm und steigt wieder auf die Waage
– die Differenz der beiden Gewichte ergibt das Gewicht des Hundes

Große Hunde wiegen
– große Hunde sollten beim Tierarzt gewogen werden
– auch Futtermittelmärkte haben manchmal eine Tierwaage

Wann ist ein Hund zu dick, übergewichtig oder fett?
Der FCI hat bei Rassehunden das Idealgewicht im Standard festgelegt.
Es wird dabei zwischen Rüde und Hündin unterschieden.
Im allgemeinen muss aber auch berücksichtigt werden welchen Körperbau und wie viel Muskeln hat der Hund, damit keine Fehlentscheidung bezüglich des Gewichts des Hund gefällt wird.
Sinnvoll ist es sich das Gewicht des Hundes von Anfang an immer wieder zu notieren um einen guten Überblick zu haben.
Sollten für den Hund keine Aufzeichnungen des Gewichtsverlauf vorhanden sein gibt es andere Möglichkeiten um festzustellen ob ein Hund übergewichtig ist.

Wie stelle ich fest ob mein Hund zu dick ist?
– legen Sie ihre Hände seitlich auf den Brustkorb des Hundes
– streichen Sie nun mit ihren Händen leicht vorwärts und rückwärts
– so können Sie feststellen wie viel Fettschicht der Hund hat

Normalgewichtige, idealgewichtige Hunde
– die Taille ist von oben hinter den Rippen sichtbar
– der Hund hat eine dünne Fettauflage
– es ist sehr wenig Bauchfett beim Hund vorhanden
– an der Schwanzbasis fühlen sich die Knochen weich an

Übergewichtige, dicke Hunde
– Taille ist von oben kaum sichtbar
– die Rippen des Hundes sind nur schwer tastbar
– der Hund hat eine mäßig dicke Fettschicht auf den Rippen
– an der Schwanzbasis sind die Knochen tastbar

Fette Hunde
– keine Taille von oben sichtbar
– der Hund hat einen dicken Bauch
– es liegt eine dicke Fettauflage auf den Rippen des Hundes
– die Rippen des Hundes sind nicht mehr tastbar
– der Hund hat übermäßig viel Bauchfett
– an der Schwanzbasis sind die Knochen wegen des Fett kaum tastbar

Beginnendes Übergewicht beim Hund liegt vor wenn der Hund 10% mehr Gewicht hat als rassenüblich.

Deutliches Übergewicht des Hundes liegt vor wenn ein Hund 20% mehr Gewicht hat als rassenüblich.

Hinweis
Sollte der Hund übergewichtig sein und abspecken sollen, setzen Sie bitte Ihren Hund nicht auf Diät ohne vorherigen Tierarztbesuch.
Vor Beginn einer Diät sollte sichergestellt sein das ihr Vierbeiner gesund ist, denn zum einen können in selten Fällen auch Krankheiten zu Übergewicht führen und zum anderen sollte sicher gestellt sein das die  geplante Diät für Ihren Hund geeignet ist.

Was führt beim Hund zu Übergewicht?
Es gibt viele Gründe das ein Hund zu dick wird, doch die erste und häufigste Ursache ist eine Überversorgung mit Energie durch Hundefutter.

Ursachen dafür das ein Hund zu dick ist:
– das Hundefutter ist für den Hund zu energiereich, fettreich, kohlenhydratreich
– die Menge des Hundefutters ist zu groß
– der Hund erhält neben dem Hundefutter zu viele “Belohnungen”
– der Hund wird vom Tisch gefüttert
– der Hund hat zu wenig Bewegung
– eine Kastration bei Rüden, Hündin
– es wird nicht beachtet das ältere Hunde (ab ca. 7 Jahren) weniger kalorienreiches Hundefutter brauchen
– wenn Hunde Herzprobleme haben und sich nicht mehr so viel bewegen
– die rassespezifischen Bedürfnisse, die genetische Veranlagung des Hundes wird bei der Fütterung nicht !!beachtet
– Diabetes
– der Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet

Welche Auswirkungen kann Übergewicht auf den Hund haben?
Dicke Hunde erkranken häufiger an:

  • Diabetes
  • Herzerkrankungen und Kreislauferkrankungen
  • Lebererkrankungen, Leberschädigungen
  • Nierenerkrankungen, Nierenschädigungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Gelenkentzündungen, Gelenkdefekte,  Knochendefekte  Knochenschädigungen
  •  Wirbelsäulenerkrankungen
  • Arthrose
  • Bandscheibenproblemen
  • Hüftgelenkproblemen
  • Bänderrissen

Zu dicke Hunden leiden eher unter:

  • Die Lebenserwartung dicker Hunde ist verringert.
  • Kurzatmigkeit
  • Verfettungen der Organe
  • Wundheilungsstörungen nach Operationen

Bei zu dicken Hunden ist das Risiko erhöht

  • das Probleme bei Narkosen auftreten
  • eine Abwehrschwäche auszubilden

Das Haut und Fell  beim einem zu dicke Hund oft in schlechtem Zustand sind, fällt hinsichtlich der oben aufgezählten möglichen Probleme kaum noch ins Gewicht.

Auswirkungen von Übergewicht bei Welpen
– die Skelettentwicklung des Welpen wird schon früh gestört und oft schon geschädigt (die Knochen sind noch zu weich !um das Übergewicht tragen zu können). Zu dicke Welpen bleiben dann oft auch
!übergewichtig wenn sie erwachsen sind.

Auswirkungen von Übergewicht beim Junghund
– die Skelettentwicklung des Junghund wird schon früh gestört und evtl geschädigt (die Knochen sind noch !!zu weich um die Belastungen durch das Übergewicht tragen zu können).

Ernährung des übergewichtigen Hundes
Checkliste erstellen:
– Wie wird der übergewichtige Hund bisher ernährt?
– ist ein Hundefutterwechsel in der letzten Zeit erfolgt?
– ist das Hundefutter dem Alter des Hundes angepasst?
– wird das Hundefutter regelmäßig gegeben?
– gibt es eine Möglichkeit das der Hund auch anderweitig an Futter kommt, wie z.B. Futter von Katzen?
– ist der Hund in den letzten Wochen/Monaten (krankheits)auffällig?
– hat der Hund in den letzten Wochen/Monaten weniger körperliche Bewegung?
– werden dem Hund durch andere Personen Lekkerlis gefüttert?
– werden bei der Fertigfutterfütterung die Herstellerangaben berücksichtigt?

Sinnvolle Lebensmittel für den Hund während einer Diät
– mageres Fleisch, Huhn, Pute, Muskelfleisch
– Fisch
– Speisequark Magerstufe
– viel Gemüse, überwiegend roh
– wenig kalt gepresstes Pflanzenöl
– frisches Wasser sollte dem Hund immer ausreichend zur Verfügung stehen

Erfolgreiche Umsetzung einer Diät beim Hund
Auf keinen Fall sollte man einen zu dicken oder adipösen Hund auf Nulldiät setzen.
Solch eine Maßnahme kann weitere gesundheitliche Schädigungen für den Hund zur Folge haben.
Auch aus “Tierschutzrechtlicher Sicht” ist eine Nulldiät nicht erlaubt.

Regeln für den Hund auf Diät:
– Umstellung der Ernährung des Hundes
– langsame Steigerung der körperlichen Bewegung des Hundes
– klare Absprachen in der Familie, nur einer sollte die Hundeernährung überwachen
– dem Hund keine Lekkerlis, Hundekuchen u.s.w. zwischendurch geben
– als Lekkerli für dicke Hunde sind Möhren, Äpfel, Gemüse erlaubt
– einmal in der Woche sollte der Hund gewogen werden, am besten gleicher Tag und Zeit
– das Gewicht des Hundes immer notieren
– sollte keine Futterumstellung erfolgen ist es wichtig die Menge zu reduzieren
– dem Hundefutter Füllstoffe, Ballaststoffe hinzuzufügen, damit der Hund keinen Hunger hat

Während der Diät absolut tabu für den Hund:
– zuckerreiche Lekkerlis, Hundekuchen (sind allgemein auch nicht für Hunde zu empfehlen)
– fettreiche Lekkerlis, Hundecracker
– Sahne
– Süßigkeiten (sollten auch schlanke Hunde nie bekommen)
– Leberwurst, Leberwurstbrot
– Speiseöle stark einschränken

Während der Diät erlaubt:
– rohes Gemüse sind als kalorienarme Zwischenmahlzeiten, Belohnungen zu empfehlen
– Kauknochen aus Büffelhaut
– getrocknete Rinderohren
– Sogenannte energiearme Hundesnacks sollten unbedingt vorab auf den Energiegehalt geprüft werden

Gesunde Abnahme des Hundes
Die gesunde Annahme des Hundes liegt in einer Woche bei 1-2% seines Körpergewichtes.
Beispiel:
Ein Hund wiegt 20 Kilo
so beträgt die Abnahme in einer Woche zwischen 0,2 – 0,4 Kg.

Hilfreiche Verhaltensweisen bei einer Diät des Hundes
– keine Speisen vor dem Hund zubereiten
– keine Speisen in Anwesenheit des Hundes essen
– andere Tiere sollten nicht im Beisein des Hundes gefüttert werden um Futterneid zu vermeiden
– die Futtermenge auf mehrere kleine Portionen am Tag verteilen, wenn der Hund bettelt
– Ablenkung für den Hund ist wichtig, z.B. durch Bewegung, Spiele, häufigere Spaziergänge

Hinweis
Ein zu  schneller Gewichtsverlust des Hundes kann Störungen des Stoffwechsel zur Folge haben.
Leber und Nieren können überlastet werden z.B. durch Schlackenstoffe und überschüssiges Eiweiß.
Forscher fanden heraus das ein völliger Verzicht auf pflanzliche Öle während der Diät des Hundes nicht sinnvoll ist, da auch durch einen Mangel an essentiellen Fettsäuren Hunde dick werden können.

 

Wie hält der Hund sein Gewicht nach einer Diät?
Hat der Hund sein Normalgewicht oder Idealgewicht erreicht sollte darauf geachtet werden das es so bleibt.
Deshalb sollte:

  • das Bewegungspotenzial des Hundes nicht wieder verringert werden
  •  die Ernährung des Hundes viel rohes Gemüse enthalten
  •  der Fettgehalt des Hundefutters niedrig gehalten werden
  •  der Hund regelmäßig gewogen werden um Schwankungen seines Gewichtes (nach oben oder unten) !rechtzeitig zu erkennen und diesem entgegenzuwirken.
  • ein Rückfall in alte Verhaltensweisen wie Leckerlis zwischendurch oder vom Tisch füttern vermieden werden


Hinweis
Für einen übergewichtigen Hund ist das Lauftraining auf einem Unterwasserlaufband ideal, da es zu einer der gelenkschonendesten Bewegungsform gehört.

Übergewicht beim Hund vorbeugen
Was ist zur Vorbeugung beim Hund zu tun?

  • dem Hund eher weniger füttern, als zu viel
  • das Hundefutter sollte fettarm sein – Fettgehalt nicht über 5 %
  • bei Fertigfutterangaben wird davon ausgegangen das nichts nebenher gefüttert wird (notfalls Fütterungsmenge reduzieren)
  • Leckerlis, Zwischenmahlzeiten bei der Hauptfuttermenge abziehen
  • gesunde, kalorienarme Leckerlis sind Obst und Gemüse, z.B. Äpfel und Karotten
  • Ablenkung hilft dem Hund nicht aus Langeweile immer an Hundefutter zu denken
  • viel Bewegung für den Hund schaffen, aber Überforderung bitte vermeiden
  • regelmäßiges Wiegen des Hundes ist ein Muss ( ca. alle 6 Wochen)


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