Hundeerziehung von A – Z

Teil 1

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A
Aggressionen bei Hunden

Aggression gegen Menschen
Es ist kein aggressives Verhalten, wenn ein Hund seinen Halter im Spiel anbellt oder er manchmal jault oder jammert.
Wenn ein Hund seinem Halter aber die Zähne zeigt oder ihn anknurrt, sollte dies keinesfalls toleriert werden.
Der Hund sieht in dem Moment, in dem er knurrt oder die Zähne zeigt, keinen anderen Ausweg aus der jeweiligen Situation. Da dieses aggressives Verhalten gegen Menschen durch den Mensch verursacht wird, kann es auch der Mensch wieder lösen. – mit Zeit, Geduld und viel Verständnis.
Denn Hunde werden aus verschiedensten Gründen aggressiv oder beißen. Aus Angst, Übermut, Unsicherheit, oder weil sie eine Geste falsch deuten.

Aggression im Spiel
Bis zum Ende des 5. Lebensmonat sollte ein Welpe angemessenes Spiel erlernt haben. Es kommt zu Aggressionen im Spiel, wenn das Spiel mit Menschen oder Artgenossen
nicht mehr kontrolliert und gehemmt abläuft.
Die Ursachen liegen z.B. an nichterlernter Impulskontrolle und nicht vorhandener Beißhemmung.

Aggression gegen andere Hunde
Das Treffen zwischen zwei Hunden „im Freien“, läuft nach festgelegten Regeln und Ritualen ab. Zuerst werden die Hunde sich ausgiebig beschnüffeln und jeweils um den anderen herum laufen. Abhängig davon wie alt, groß und erfahren die Hunde sind, werden sie sich auch besteigen, um die Rangordnung fest zu legen. Manche Hunde bellen sich an oder laufen hintereinander her. Dieses Verhalten ist kein Grund zur Besorgnis, da es für Hunde völlig normal ist.
Hunde sind sehr soziale Tiere die in Verbänden leben. In diesen Verbänden kommt es auch zu Reibereien und manchmal zu Beißereien, vor allem während der Paarungszeit. Doch diese „Machtkämpfe“ sind in der Regel nichts weiter als Drohgebärden, wobei sich die Tiere nicht ernsthaft verletzen.
Aber wenn sich ein Hund einem anderen Hund gegenüber angriffslustig verhält, diesen ohne Grund anbellt, anknurrt, die Zähne fletscht, diesen ohne Vorwarnung angreift oder versucht, ihn zu beißen, dann ist dies kein normales Verhalten.
Solch ein Hund sollte artgerechtes Verhalten untereinander lernen. Selbst ein älterer Hund kann noch in kurzer Zeit, das soziale Miteinander unter Hunden erlernen. Es ist übrigens ein Gerücht, dass sich gleichgeschlechtliche Hunde grundsätzlich nicht miteinander vertragen.
Alleine bleiben
Leider kann man einen Hund nicht überall mit hinnehmen, so dass er ab und zu für zwei bis drei Stunden alleine zu Hause bleiben muss.
Einen Welpen oder oft auch einen Hund aus zweiter Hand alleine zu Hause zu lassen ist besonders schwer, da er, kaum geht sein Besitzer aus der Tür, anfängt herzerweichend zu jammern.
Ein Hund mag es gar nicht von seinem Rudel getrennt zu sein, und er empfindet diese Trennung als Strafe.
Deshalb ist es verständlich das ein Hund nicht unbedingt vom ersten Tag an ohne Probleme alleine zu Hause bleibt. Aber mit etwas Geduld wird er es nach und nach lernen.

Angst
Nicht wenige Hunde zeigen in verschiedenen Situationen Angst (z.B. vor fremden Hunden, vor Männern oder vor Frauen, vor Kindern, vor Gewitter, u.s.w..).
Oft verstärkt der Hundehalter unbewusst diese Ängste unbeabsichtigt durch tröstende Worte, streicheln u.s.w… . Ratsamer wäre es, den Hund in solch einer Situation zu ignorieren und selbstsicher aufzutreten.
Handelt es sich bei der Angst des Hundes z. B. um Kühe auf der Weide (logo mit Zaun drum), muss man die Angst in Freude verwandeln. Man geht mit dem Hund auf die Kühe zu. Wird er unruhig,sagen Sie: „sitz“ und belohnen Sie ihn, wenn er sitzen bleibt. Dann wieder ca. einen halben Meter weiter herangehen und bei aufkommender Unruhe das Prozedere wiederholen (Sitz / Lekkerli).
Bald wird er sich freuen, wenn er Kühe sieht, weil er denkt dann gibt es etwas leckeres.

Anspringen
Ein Hund springt einen Menschen an, um diesen zu begrüßen und/oder ihm z.B. aus Freundschaft die Mundwinkel abzulecken. Ein Hund, der sich so verhält, hat nicht gelernt sich „menschengerecht“ zu freuen.
Um ihm sein Verhalten abzugewöhnen, können Sie z. B. jedes mal, wenn der Hund Anstalten macht Sie anzuspringen, schnell ihr Knie anziehen, so dass er daran nicht vorbei kommt. Dabei sagen sie laut und deutlich: „NEIN“
Wenn Sie und alle anderen Personen, die mit Ihrem Hund zusammenkommen dies konsequent tun, wird sich der Erfolg bald einstellen.
Wenn der Hund sich Ihnen normal nähert, loben und streicheln Sie ihn.

Autofahren
Es gibt Hunde, die lieben es, Auto zu fahren. Doch vielen Hunden wird beim Autofahren auch übel und sie übergeben sich sogar bei jeder Fahrt. Oder der Hund hat einfach
„Angst“ vor dem Auto und ist gar nicht oder nur unter großer Anstrengung zur
Mitfahrt zu bewegen. Aber auch ein Hund der gerne fährt, kann vor Aufregung herumlaufen, bellen, jaulen, was eine Autofahrt erschwert.
Deshalb sollte jeder Hund an das richtige Verhalten im Auto herangeführt werden.
Auch ist die richtige Unterbringung des Hundes im Auto wichtig. Damit er weder sich selbst noch andere Insassen gefährdet.
Große Hunde gehören entweder in den Kofferraum oder sollten mit einem speziellen Geschirr auf der Rückbank gesichert werden. Ein kleinerer Hund kann auch im Fußraum des Beifahrersitzes liegen, wenn er dort auch wirklich liegen bleibt.
Ein Hund sollte niemals auf der Hutablage sein oder im Auto frei herum laufen.

B
Bellen
Hunde bellen z.B. zur Kontaktaufnahme; es kann eine freundliche Kontaktaufnahme sein
(wenn ein Hund beispielsweise gerne spielen würde, aber sich nicht herantraut); es kann aber auch unfreundlich gemeint sein, wenn der Hund droht: „Komm ja nicht in meinen Garten“.
Diese Art der Drohung ist akzeptabel. Denn ein richtig wütender Hund knurrt oder starrt seinem vermeintlichen Gegner in die Augen. Wenn der Hund bellt, obwohl er nah genug ist um beißen zu können, begrüßt er sein Gegenüber nur freudig oder schimpft mit ihm. Beißen wird er in solch einer Situation dann eigentlich nicht.
Das Anbellen von Menschen kann allerdings nicht akzeptiert werden, wenn er nicht nur fremde Menschen anbellt, die z.B. vor der Tür stehen, sondern das Anbellen auch nicht unterlässt, wenn sein Halter die Haustür öffnet und dem Hund das passende Kommando gibt, aufzuhören.
Das deutet darauf hin, dass er seinen Besitzer nicht als „Boss des Rudels“ sieht.

Besteigen von anderen Hunden und Menschen
Durch gegenseitiges Besteigen zeigen nicht nur Rüden, sondern oftmals auch Weibchen, ihre Dominanz.
Ein Hund nutzt das gegenseitige Besteigen, um einem fremden Hund seinen Rang klar zu machen. Hunde besteigen sich nicht nur von hinten, sondern auch den Hals oder den Rücken des gegnerischen Hundes.
Dieses Verhalten ist akzeptabel, solange der Hund nicht den fremden Hund immer wieder besteigt, obwohl dieser sich schon unterworfen hat. Hier sollte eingeschritten werden.
Sollte der Hund trotz Verbot nicht damit aufhören, muss abgeklärt werden, ob er eine erhöhte Hormonproduktion hat.
In den meisten Fällen wird es aber eher so sein, dass dieser Hund ein Problem hat, Rangordnung und Sozialverhalten unter Hunden zu akzeptieren.
Das Besteigen von Welpen muss unterbunden werden, da deren Knochenbau nicht kräftig genug ist. Da ein Welpe sich immer größeren Hunden unterwirft sollte es normalerweise auch nicht dazu kommen.
Auf keinen Fall darf ein Hund versuchen seinen Halter oder andere Menschen zu besteigen. Sollte der Hund sich am Bein seines Halters klammern und solche Bewegungen machen muss er,zu Not auch nicht so sanft abgehalten werden.
Denn durch ein solches Verhalten, versucht sich der Hund im Rang weiter „nach oben“ zu arbeiten.

F
Füttern

Sie sitzen beim Essen und der flehende Blick Ihres Hundes verfolgt Sie bei jedem Bissen, den Sie zu sich nehmen?
Da fällt es schwer, hart zu bleiben. Dabei kann schon einmal schwach werden reichen – und sei es auch nur das kleinste Bröckchen, dass Sie dem Hund geben – und Sie werden vielleicht nie wieder eine Mahlzeit allein einnehmen.
Schlimmer noch, denn bei den stummen Blicken des Hundes wird es nicht bleiben. Um Ihnen zu zeigen, dass er fast am verhungern ist, lässt sich Ihr Hund eine Menge einfallen.
Sabbern, Jaulen, Bellen oder Hochspringen sind nur einige davon. Fällt Ihnen dann einmal versehentlich etwas Essbares zu Boden, wird ihr Hund sich geradezu begeistert darauf stürzen.
Essensreste sind kein Hundefutter!

Futter erbetteln
Man sollte niemals einen Hund vom Tisch füttern. Nicht nur, dass man dann nie mehr ungestört essen kann, sondern der Hund wird auch schneller zunehmen und kann krank werden, da Menschenkost nun mal keine Hundekost ist.
Der bettelnde Hund sollte ignoriert werden. Wenn ihr Hund bellt oder Sie bedrängt geben Sie den bei Ihnen üblichen Befehl (z.B. bleib, platz …) Zur Ablenkung können Sie ihrem Hund auch einen Kauknochen oder ein Kauspielzeug geben .
Füttern Sie ihren Hund,bevor Sie zu Tisch gehen.

Fressen von Kot
Warum Hunde ihren eigenen oder den Kot anderer Hunde fressen, kann viele Gründe haben. Vor allem mögen Hunde, so wie die meisten Hunde es, gerne Kot von Schafen,
Pferden und anderen Pflanzenfressern zu fressen.
Wenn Sie dies unterbinden wollen, sagen sie mit fester, bestimmter Stimme: „Pfui“
und rufen Ihren Hund dann mit freundlicher Stimme zu sich und geben ihrem Hund ein Lekkerchen, wenn er kommt.
Sollte er nicht kommen und die Versuchung mit ihm durchgehen, erschrecken Sie ihn mit einer Klapperbüchse. Schauen Sie ihn dabei an und wiederholen: „Pfui“. Dann fordern Sie Ihren Hund zum: „ Sitz“ auf und geben ein Lekkerli.
Sollte ihr Hund in so einer Situation gar nicht bereit sein vom Kot abzulassen, können Sie es mit einem Halti versuchen, an welches Sie ein langes Seil oder die Verlängerungsleine befestigen. Doch auch hierbei Klapperbüchse und Lekkerlis nicht vergessen.

Futterneid
Auch wenn ein Hund Ihnen gegenüber keinen Futterneid zeigt (sie sind ja der „Rudelführer“), kann es sein, dass der Hund bei anderen Familienmitgliedern oder einem Zweithund anders reagiert. Auch gibt es Hunde, die sich ohne Probleme das Hauptfutter abnehmen lassen, aber bei Knochen, Schweineohren u.s.w. knurren .
Um Probleme und Verletzungen zu vermeiden, ist es wichtig, den Hund so zu erziehen,
dass er sich von jedem Familienmitglied, dass mit ihm zusammen lebt, alles wegnehmen lässt!
Um die Vertrauensbasis nicht zu gefährden, sollte man dem Hund das Futter aber nicht einfach wegnehmen sondern trainieren, dass der Hund merkt, dass man ihm nichts wegnehmen will.

H
Hundepfeife

Hundepfeife richtig nutzen.
Kaufen Sie eine Hundepfeife deren Ton hörbar ist.
Beginnen Sie das Training in einer Umgebung, welche Ihr Hund gut kennt und wo er nicht durch äußere Reize abgelenkt wird.
Leinen Sie Ihren Hund an (Leine sollt mind. 5 Meter lang sein) und entfernen sich dann einige Meter von ihrem Hund.
Betätigen Sie nun die Pfeife.
Ihr Hund wird daraufhin aufschauen oder vielleicht sogar angelaufen kommen.
Sollte Ihr Hund nur mit einer Kopfbewegung reagieren und Sie ansehen, loben Sie ihren Hund verbal.
Wenn ihr Hund angelaufen kommt, geben Sie ihm ein besonderes Lekkerli, das ihr Hund gerne mag und nur selten bekommt.
Anzahl der Übungen:
3 – 5 Tage lang
2 – 3 x am Tag
3 – 5 Durchgänge
Wenn es gut klappt, erhöhen Sie nach und nach die Umweltreize.
(z.B. pfeifen Sie während er schnuppert )
Anzahl der Übungen:
3 – 5 Tage lang
2 – 3 x am Tag
3 – 5 Durchgänge
In 4-6 Wochen sollte es dann klappen, dass Sie Ihren Hund mit Hilfe der Pfeife abrufen können, selbst wenn der Hund einen Spielkamerad trifft.

Weitere  Informationen rund um die Hundeerziehung finden Sie …hier

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