Mein Hund knurrt mich an! – Was tun?

Wenn Dein Hund knurrt, kann das ein Schock sein. Und gleich danach setzt die Sorge ein. ‚Was habe falsch gemacht? Ist mein Hund krank? Bin ich ein schlechtes Frauchen?‘ Diese Gedanken sind nicht schön, und …

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Wenn Dein Hund knurrt, kann das ein Schock sein. Und gleich danach setzt die Sorge ein. ‚Was habe falsch gemacht? Ist mein Hund krank? Bin ich ein schlechtes Frauchen?‘
Diese Gedanken sind nicht schön, und deswegen möchte ich Dir hier ein wenig die Sorgen nehmen. Dafür erkläre ich die möglichen Hintergründe hinter dem Knurren. Ob plötzlich oder typisch, Knurren sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Was ist Knurren und was bedeutet es?

Knurren ist ein kehliger Laut, den Hunde mit gebleckten Zähnen von sich geben. In manchen Fällen leckt der Hund dabei auch über seine Zähne. Grundsätzlich verwendet ein Hund das Knurren als Verwarnung. Dein Hund knurrt Dich an? Dann hast Du vielleicht seine Körpersprache ignoriert oder missverstanden.

In der Regel knurren Hunde, wenn sie ihre Grenzen aufzeigen und verteidigen müssen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn Du Deinem Hund versuchst sein Fressen wegzunehmen und er nicht gelernt hat, das zu akzeptieren.
In anderen Fällen kann es auch sein, dass Hunde untereinander knurren, wenn sie miteinander spielen und es aus dem Ruder läuft. Besonders Jungtiere testen gerne Grenzen mit gleichaltrigen und älteren Hunden. Wenn sie dabei zu weit gehen, knurrt der Gegenüber.
Aber auch wenn ein Hund Schmerzen hat und sich verletzbar fühlt, kann er knurren. Selbst wenn Du, als sein Mensch, zu nahe kommst, kann Dein Hund also knurren, um sich bedrohlich zu geben und Dich auf sicherer Distanz zu halten

Wo Knurren oft durch Sozialisation und Erziehung in der Hundeschule abgewöhnt und unterbunden werden, so kann es dennoch eine natürliche Reaktion auf Krankheit oder Schmerzen sein, die auch dem besterzogenen Hund herausrutschen kann.

Mögliche Ursachen, wegen denen Dein Hund knurren kann

Andere Ursachen neben dem Grenzensetzen können aber auch Angst, Unwohlsein, Überraschung aber auch Frust sein.

Wenn Du einen schlafenden Hund plötzlich streichelst, kann er sich durch den überraschenden Kontakt erschrecken und Dich anknurren. Das ist in diesem Fall meist nicht mit aggressiver Intention, sondern einfach Impuls sein, sollte aber dennoch nicht vorkommen. Dabei geht es aber auch darum, dass Du Dein Verhalten anpasst, Dich zum Beispiel durch Stimme bemerkbar machst, bevor Du den Hund streichelst.

Wenn Dein Hund sich in einer neuen Situation umgeben von fremden Menschen, Hunden und Gerüchen wiederfindet, kann er sich überfordert fühlen. In diesem Fall kann Dein Hund aus Angst knurren.

Frust beispielsweise kann aufkommen, wenn Dein Hund keine Ruhe findet, sich zurückzieht und weiterhin ständig gestört wird. Besonders wenn Beute wie Leckerchen, Futter oder Spielzeug involviert ist. Das Knurren ist dann ein Ausdruck seines Frustes. Auch solch ein Verhalten sollte abtrainiert werden, aber das bedeutet nicht, dass Du Dein Verhalten nicht auch anpassen kannst. Natürlich ist es wichtig, den Hund stören zu können, aber es sollte nicht zu Deiner Lebensaufgabe werden.

Mein Hund knurrt mich an – wie kann ich das vermeiden?

Grundsätzlich ist eine frühe Erziehung des Hundes unentbehrlich. Dazu gehört auch die Sozialisation mit anderen Hunden. Diese ist wichtig, damit in der Zukunft keine Situationen aufkommen, in denen Dein Hund sich mit einem anderen Hund fetzt. Oft passiert dies, da einer der involvierten Hunde das Gegenüber nicht richtig lesen konnte oder nicht in der Lage ist, seine eigene Position zu erkennen.

Außerdem ist es auch eine Möglichkeit, von vornherein auslösende Situationen zu vermeiden. Störe Deinen Hund nicht beim Fressen, beuge Dich nicht von Oben über den Hund. Besonders wichtig ist es, sicherzustellen, dass etwaige Kinder im Haushalt den richtigen Umgang mit einem Hund lernen: beispielsweise nicht am Ohr oder der Rute zu ziehen. Wenn Dein Hund sich aufgrund von Trauma vor anderen Hunden fürchtet, dann entzerre Begegnungen, indem Du den Fokus Deines Hundes auf Dich ziehst oder in weniger benutzten Pfaden Gassi gehst.

Ein paar Tipps für die richtige Erziehung, damit Dein Hund nicht knurrt

Zuerst ist es keine Schande, Hilfe zu suchen. Ein erfahrener Trainer kann Dir und Deinem Hund das Leben wirklich erleichtern, also suche einen Trainer, der zu Dir und Deinem Hund passt.

Weiter kannst Du mit Deinem Hund üben, Dinge gegeneinander zu tauschen. So kannst Du die Situation entschärfen, wenn Du irgendwann gezwungen bist, Deinem Hund etwas aus dem Maul zu nehmen. Dafür kannst Du ein großes Leckerli anbieten, und wenn der Hund es einmal angenommen hat, beispielsweise durch das Lieblingsplüschtier tauschen. So lernt Dein Hund, dass er nichts verliert, nur weil er seine Beute mit dir teilt.

Bei Situationen, die Angst beim Hund auslösen, beispielsweise dem Besuch beim Tierarzt, ist positive Verstärkung oft die beste Wahl. Gehe dafür zum Tierarzt, ohne dass etwas passiert und gib Deinem Hund ein richtig tolles Leckerli. So verbindet er nach einer Weile den Geruch der Klinik und des Personals mit der positiven Erinnerung an das beste Leckerchen seines Lebens.

Neben einem erfahrenen Hundetrainer oder einer Hundeschule kannst du auch einen Verhaltensspezialisten oder einen Fachtierarzt ins Team holen. Wenn dir etwas an den Trainern negativ aufstößt, ist es auch kein Problem, dies anzusprechen oder den Trainer zu tauschen.
Bestrafungen wie ein Stachelband, Nackengriff, Stoßhalsband oder ähnliche Aggressionen sind keine Option und verstärken das Verhalten maximal noch.

Wenn Du all dies bedenkst, lernst, Deinen Hund zu lesen, und bereit bist, Zeit und Ressourcen in die Erziehung des Hundes zu investieren, steht einer engen und gesunden Bindung zwischen Dir und Deinem vierbeinigen besten Freund nichts mehr im Wege.
Es gibt Portale, um den richtigen Trainer für Euch zu finden. Vielleicht hilft Dir das ja.

FAQ

Warum knurrt mich mein Hund an?

Das kann verschiedene Gründe haben. Hast Du ihn vielleicht beim Nickerchen gestört? Hatte er den ganzen Tag schon keine Ruhe, weil die Nachbarskinder da waren und den Hund die ganze Zeit betüddelt haben? Oder hat Dein Hund geknurrt, als du den Bauch, das Bein oder eine andere bestimmte Stelle angefasst hast? Vielleicht hat der Hund Schmerzen? Wenn Du das vermehrt beobachtest, kannst du den Grund herausfinden und dagegen vorgehen, aber pauschal kann das leider nicht gesagt werden.

Hund knurrt mich an, wie reagiere ich richtig?

Das hängt immer ein wenig von der Situation ab. Aber generell ist es wichtig, dass du nicht hektisch reagierst, und die Warnung auch ernst nimmst. Zieh dich zurück und identifiziere den Punkt, an dem das Knurren ausgelöst wurde.

Mein Hund knurrt mich an, wenn ich ihm was wegnehme?

In dem Fall ist es wichtig, dieses Verhalten mithilfe eines Trainers abzugewöhnen. Es ist wichtig, dass Du Deinem Hund Futter aus dem Maul nehmen kannst, ohne ein Risiko einzugehen. Dein Hund sollte lernen, mit dir zu teilen. Wie Du ihm das beibringst habe ich etwas höher im Beitrag bereits angesprochen. Setze Dich dennoch unbedingt mit einem erfahrenen Hundetrainer oder Fachtierarzt in Kontakt.

Quellen

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