Mein Hund zieht an der Leine – Gassigehen als der tägliche Kampf

Wenn man über einen Spaziergang mit Hund nachdenkt haben die meisten das Bild eines entspannten Herbsttages im Wald vor Augen. Wenn allerdings der Hund nicht mitspielt und an der Leine zieht, dann kann der Tag …

Hund zieht an der Leine
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Wenn man über einen Spaziergang mit Hund nachdenkt haben die meisten das Bild eines entspannten Herbsttages im Wald vor Augen. Wenn allerdings der Hund nicht mitspielt und an der Leine zieht, dann kann der Tag noch so wunderschön sein: man ist froh, wenn man wieder drinnen ist. Damit das nicht länger ein Problem für Dich sein muss haben wir hier ein paar Tipps und Vorgehensweisen zusammengeschrieben.

Aber warum zieht ein Hund überhaupt an der Leine?

In vielen Fällen ist das Ziehen an der Leine eine Unart, die sich im Welpenalter eingeschlichen hat und nicht korrigiert wurde. Immerhin ist es kein Problem, wenn ein winziger Welpe ein paar Schritte vorlaufen will, richtig? Nun, wenn der Welpe aber zum großen Hund wird, dann stehen Herrchen und Frauchen aber bald vor einem Problem.
Grundsätzlich gibt es aber die verschiedensten Gründe, warum Dein Hund ständig oder ab und an zieht.

So zum Beispiel kann etwas in der Nähe super interessant riechen und den Hund dazu verlocken, seine Manieren zu vergessen. Wenn dieses Verhalten dann zum Erfolg geführt hat und der Hund das interessante Etwas erreicht hat, verinnerlicht er das. Ziehen = Frauchen lässt mich gucken. Und damit hast Du auch schon den Salat.

Ein anderer Grund kann aber auch die schiere Größe eines Hundes sein. Wenn eine Dogge im normalen Tempo läuft, kommt so manch ein Mensch nicht mehr hinterher. Die Leine steht unter Spannung, aber der Hund achtet nicht auf sein zweibeiniges Anhängsel. Das kann tatsächlich gefährlich werden, wenn Du fällst, dein Hund auf einmal Jagdtrieb zeigt oder ihr eine vielbefahrene Straße überqueren wollt.

Manchmal hat ein Hund aber auch einfach das Gefühl, entscheiden zu müssen wo es lang geht. Vielleicht liegt der Frühling in der Luft, oder der Hund kennt den Weg zum Hundepark und will sich endlich austoben. Wie im letzten Fall kann das zu Gefahrensituationen führen.

Neben der Gefahr für den Menschen durch einen ziehenden Hund besteht aber auch für den Hund selbst große Gefahr.
Leider gibt es ein paar Personen, die Hunden nicht sehr wohlwollend gegenüberstehen. Und diese Personen verstreuen manchmal Happen, die mit Gift oder scharfen Gegenständen gestopft sind. Jedes Jahr müssen viele Hunde in die Klinik, weil sie einen solchen Happen gefunden haben, bevor ihr Mensch etwas dagegen tun konnte. Wenn Dein Hund aber ordentlich an der Leine läuft, kannst Du dieses Risiko eindämmen.

Um diese Gefahren zu vermeiden, sollte der Hund leinenführig werden. Aber was heißt das, und wie mach ich das?

Leinenführig zu sein heißt nicht, dass der Hund stumpf neben Dir herläuft. Es bedeutet lediglich, dass Dein Hund weiß, wann er ungestüm umherrennen und Faxen machen darf. Wenn die Leine dran ist, hat der Mensch das Sagen. Wenn die Leine ab ist, darf der Hund ein wenig Zeitung lesen gehen oder mit anderen Hunden spielen. Aber auch dann hat der Mensch das Kommando, weswegen der Hund abrufbar sein sollte.

Wie aber trainiere ich meinen Hund, damit er nicht mehr an der Leine zieht?

Wie immer lohnt es sich, wenn Du Dir einen guten Trainer an die Hand holst. Wichtig dabei ist, dass Du und Dein Hund dem Trainer vertrauen könnt. Aber auch im Alltag kannst du schon etwas dafür tun, dass ihr beide die gemeinsame Runde genießen könnt.

Fokussiere Dich beim Spaziergang auf den Hund. Wenn Du abgelenkt bist, hat auch der Hund die Tendenz, durch die Gegend zu wandern und Dich nicht als Fokuspunkt wahrzunehmen.
Sprich mit Deinem Hund, übe vielleicht spielerisch ein paar Kommandos.

Außerdem kannst du die Leine durch positive Verstärkung zu einem Freund des Hundes machen. Aber auch Du solltest die Leine nicht als Werkzeug für Kontrolle sehen, sondern als ausgestreckte Hand zwischen Dir und Deinem Vierbeiner.
Wenn du angespannt bist, die Leine knetest und vielleicht auch kürzer nimmst, dann merkt Dein Hund das. Er weiß dann dass irgendwas nicht stimmt, und wird angespannt, genau wie du. Das ist ein Teufelskreis. Versuche Dir Deiner Wirkung und Körperhaltung bewusst zu sein. Wenn Du souverän und entspannt wirkst, sieht Dein Hund auch keinen Grund dazu, zu zerren oder wegzulaufen.

Das hilft natürlich nur bedingt, wenn Dein Hund an der Leine zieht, damit er Zeitung lesen kann.

Außerdem ist die richtige Leine auch ein sehr nützliches Hilfsmittel, um Deinem Hund beispielsweise anzugewöhnen, auch an der Schleppleine zu laufen.
Eine Auswahl an Leinen findest du zum Beispiel auf diesem Ratgeber. Andere Trainingshilfen und Clicker findest Du außerdem auch bei uns im Ratgeber zur Hundeerziehung.

Außerdem ist die Wahl zwischen Halsband und Geschirr auch nicht zu vernachlässigen. Wenn ein Hund bereits gelernt hat zu ziehen, dann kann der Einsatz eines Halsbandes zu Verletzungen oder Schmerzen beim Hund führen. In diesem Fall ist ein Geschirr eine gute Option. Sei Dir dabei aber bitte bewusst, dass Hunde mit einem Geschirr mehr Kraft aufbringen können als am Halsband. Stelle sicher, dass Du Deinen Hund auch mit Geschirr sicher halten kannst.

Schritt für Schritt zum entspannten Herbstspaziergang

  • Finde heraus, womit Du deinen Hund ankern, auf dich fokussieren und glücklich machen kannst – beliebt sind dabei liebe Worte oder auch kleine Häppchen. Vielleicht findest Du ja bei unserer Auswahl die richtigen? Oder vielleicht möchtest Du sie ja selbst machen? Dann habe ich hier ein paar Rezepte für Dich.
  • Die Zeit beim Gassi gehört euch. Verbanne Ablenkung, sodass Du Dich auf den Hund und der Hund sich auf Dich konzentrieren und einlassen kann. Das ist nicht immer einfach, aber wenn Du es bewusst versuchst, dann wird es funktionieren.
  • Training, besonders wenn das Verhalten schon einmal erlernt wurde, braucht seine Zeit. Du wirst nicht nach drei Runden um den Park einen Musterschüler am anderen Ende der Leine haben. Gehe deswegen Schritt für Schritt vor, überfordere weder Dich noch den Hund.
  • Richtig zu reagieren ist genau so wichtig wie zu erkennen, dass etwas schief läuft. So kannst Du zum Beispiel plötzlich die Richtung ändern, wenn Dein Hund unerwünschtes Verhalten zeigt. Geht die Leine auf Spannung – mache ohne ein Wort kehrt. Dein Hund wird dir folgen und nach einer Weile lernen, dass der tolle Spaziergang nur dann weitergeht, wenn die Leine durchhängt.

Wie immer bitte ich Dich darum, Dir bewusst zu sein dass diese Tipps kein Allheilmittel sind, und nicht für jeden Hund funktionieren. Auch wenn du einiges schon im Alltag tun kannst für einen entspannteren Spaziergang, so kann nur ein Trainer den letzten Feinschliff durchführen.

FAQ

  • Mein Hund zieht wie verrückt an der Leine. Was kann ich dagegen tun? – Der wichtigste Schritt hierbei ist, dass Du einen Trainer suchst, der das Problem erkennt und mit Dir und Deinem Hund zusammen eine Lösung sucht. Es gibt ein paar kleine Kniffe im Alltag, die im Artikel genannt werden.
  • Warum zieht mein Hund an der Leine? – Das kann viele Gründe haben. So können Freude, Energieüberschuss, Aufregung, interessante Gerüche oder einfach Duseligkeit Deines Hundes Grund dafür sein, dass er zieht und Dich am anderen Ende der Leine zwischenzeitlich vergisst.
  • Kann ein Stachelhalsband helfen, wenn mein Hund an der Leine zieht? – Nein. Auch wenn es auf Anhieb so wirkt, ist ein Stachelhalsband definitiv keine Lösung, und kann längerfristig sogar das Verhalten verstärken, da der Hund gegen Schmerz und Druck auf den Hals abhärtet. Dann wirst Du eine noch schwierigere Aufgabe vor Dir finden. Außerdem ist ein Stachelhalsband absolute Bestrafung, die nicht angebracht ist.

Quellen

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