Trennungsangst: Sollte ich mich von meinem Hund verabschieden?

Du kennst es vielleicht: Du ziehst Dir morgens Deine Schuhe und Deine Jacke an und Dein Hund wird langsam nervös. Öffnest Du die Tür, geht das Gebelle und Gejaule los und für Deinen Hund bricht …

Trennungsangst
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Du kennst es vielleicht: Du ziehst Dir morgens Deine Schuhe und Deine Jacke an und Dein Hund wird langsam nervös. Öffnest Du die Tür, geht das Gebelle und Gejaule los und für Deinen Hund bricht eine Welt zusammen – er will nicht, dass Du gehst.

Auch wenn es schwer ist: Du solltest Dich nicht groß von Deinem Hund verabschieden, denn dadurch wird eine unnötige Trennungsangst in Deinem Hund geweckt. Erfahre hier, warum Verabschiedungen vom Hund oftmals mehr schaden, als sie guttun.

Wie kommt es überhaupt zur Trennungsangst?

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass Hunde Rudeltiere sind, die es nicht gewohnt sind, lange von ihrem Rudel entfernt zu sein, da das Rudel alle Tätigkeiten gemeinsam absolviert. Die Bindung untereinander ist stark. Da der Mensch das Rudel ersetzt, ist die Bindung zum Menschen dementsprechend intensiv.

Getrennt zu sein vom Rudel bedeutete ursprünglich Gefahr, denn auf sich alleine gestellt überlebt es sich als Hund einfach nicht so gut. Die Urinstinkte Deiner Fellnase werden also getriggert, wenn er alleine bleiben muss.

Allerdings können Trennungsängste auch andere Ursachen haben. Ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit könnte ebenfalls ein Auslöser sein. Meistens liegt die Ursache von Trennungsangst bei Deinem Hund jedoch am Herrchen selber.

Wie verhalte ich mich bei Trennungsangst meines Hundes?

  1. Auch wenn es schwerfällt: Du solltest Deinen Hund nicht verabschieden. Zumindest nicht überschwänglich. Tust Du das, so wird Dein Hund denken, dass es wirklich schlimm ist, alleingelassen zu werden. Die Situation sollte jedoch für ihn normalisiert werden, weswegen gar keine Verabschiedung oder eine kurze beiläufige Erwähnung hier die beste Wahl ist. So stärkst Du auch Deinen Hund und gibst ihm Sicherheit, dass Du wiederkommen wirst.
  2. Mindestens genauso schwer: Begrüße Deinen Hund zunächst nicht. So erzeugst Du das Gefühl in Deinem Vierbeiner, dass es völlig normal ist, dass Du wiederkommst, nachdem Du gegangen bist. Sobald er sich beruhigt hat, kannst Du die Begrüßung dann nachholen.
  3. Manche Hunde leiden auch unter Trennungsangst, weil sie nicht genügend ausgelastet sind. Achte also darauf, dass Dein Hund keine Langeweile hat, damit sich seine angestaute Energie nicht in Zerstörungswut äußert. Große Spaziergänge und genügend Spielspaß werden Deinem Hund helfen und ihn auslasten.
  4. Viele Menschen neigen dazu, ihren Hund geradezu zu vermenschlichen. Dein Hund ist aber ein Hund, behandle ihn also auch so. Es ist nur verständlich, dass es für Deinen Hund schwierig ist, auf einmal alleine zu sein, wenn er ansonsten permanent an Deiner Seite ist. Gib ihm also ruhig oft Zeit für sich, damit er sich an das Alleinsein gewöhnen kann.
  5. Das führt uns auch schon zum nächsten Punkt: Beginne am besten damit, Deinen Hund anfangs ein paar Minuten lang alleine zu lassen und erhöhe die Dauer mit der Zeit – und zwar ohne verabschieden oder begrüßen.

Ein paar Tipps

Hunde sind extrem gute Beobachter. Sie sehen, dass Du Deinen Mantel und Deine Schuhe anziehst und geraten in Panik, weil sie ein Muster erkennen können. Wie wäre es, dieses Muster aufzubrechen? Zieh Dir Deine Jacke und Deine Schuhe an, nimm Deinen Schlüssel und setz Dich auf die Couch, um etwas fernzusehen.

Oder, nimm Deinen Bademantel und Deine Hausschuhe und verlasse die Wohnung. So kannst Du Deinem Hund das erlernte Verhalten wieder abgewöhnen und bist nicht so berechnend für Deine Fellnase.

Die beste Methode ist jedoch, Deinen Hund vor der Trennung auszupowern. Nimm Dir Zeit für einen langen Spaziergang oder eine ausgiebige Spieleinheit, damit Dein Hund das Bedürfnis hat, sich ausruhen zu wollen. Warte nach dieser Beschäftigung am besten ein paar Minuten, bis Dein Hund komplett entspannt ist, und gehe dann.

Kommt Zeit, kommt Rat

Auch wenn es Dir anfänglich schwerfällt, solltest Du unbedingt darauf achten, in Zukunft nicht mehr Deinen Hund zu verabschieden oder zu begrüßen. Mit der Zeit wird er sich in jedem Falle an die Situation gewöhnen und sie als normal einstufen. So hast nicht nur Du, sondern auch Dein flauschiger Gefährte eine stressfreiere Zeit und ihr könnt beide entspannen.

FAQ: Trennungsangst

Wie verabschiede ich mich von meinem Hund?

Die Antwort auf diese Frage lautet: am besten gar nicht. Ein kurzes beiläufiges Wort oder ein kurzer Streichler sollte das Maximum der Gefühle sein.

Soll man sich überhaupt von seinem Hund verabschieden?

Nein. Indem man dem Abschied, bzw. der Begrüßung Aufmerksamkeit schenkt, begünstigt man eine eventuell entstehende Trennungsangst beim Hund.

Ist mein Hund traurig, wenn ich ihn alleine lasse?

Dein Hund wird vor allem anfangs traurig sein, da er ein soziales Rudelwesen ist und sich auf Dich geprägt hat. Mit der Zeit wird er sich jedoch an die Situation gewöhnen und sie als normal empfinden.

Quellen