Französische Bulldogge

Ein ganz besonderer Schmusehund

Die Französische Bulldogge ist ein sympathischer und fröhlicher Hund der sich in der Familie und mit Kindern am wohlsten fühlt. Diese kleine Hunderasse liebt es zu schmusen und zu spielen.Rassennomenklatur: FCI Nr. 101, Gr.9, Sek.11
Diese Namen bezeichnen dieselbe Rasse: Bouledogue français, Frenchie, French Bulldog, Bully
Ursprungsland: Frankreich
Lebenserwartung: 10 – 12 Jahre
Verwendung heute: Begleithund und Gesellschaftshund
Verwendung früher: Hundekämpfe
Widerrist: 30 – 35 cm
beide Geschlechter
Gewicht: 8 – 14 Kg
beide Geschlechter (abhängig von der Größe)1. Charakter
2. Erziehung
3. Aussehen
4. Geschichte
5. Zucht
6. Gesundheit
7. Pflege
8. Ernährung
9. Haltung
10. Preis
11. Bücher

1. Charakter

Die Französische Bulldogge ist ein sehr beliebter Familienhund. Er ist besonders menschenfreundlich, treu und ein anhänglicher Zeitgenosse, der jeden Tag viel Bewegung benötigt um sich ordentlich auszupowern. Sie sind klug, besitzen ein freundliches Wesen, sind nicht gerne alleine und lieben es zu schmusen. Im Allgemeinen sind Bullies eher leise und bellen nicht unnötig, wenn sich allerdings Fremde nähern kann es gut sein, dass der Bullie zu einem kleinen Wachhund mutiert. Der Umgang mit Kindern gestaltet sich als sehr liebevoll. Die Französische Bulldogge ist sehr anpassungsfähig und gilt gemeinhin als anspruchslos.

2. Erziehung

Nicht zuletzt ist die Französische Bulldogge wie der Name es schon verrät eine Dogge und benötigt von daher eine konsequente und souveräne Erziehung. Die Hundeerziehung ist bei dieser Rasse nicht besonders schwer, aber es gilt auf die Kleinigkeiten zu achten: Soll der Hund nicht mit ins Bett, ist es nötig dies schon in jungen Jahren durchzusetzen um spätere Umstellungsschwierigkeiten zu vermeiden. Der kleine Hund hat so seinen Dickkopf und seine Aufmerksamkeitsspanne ist nicht sehr hoch. Am besten funktionieren daher kleine Trainingseinheiten von einigen Minuten.

Unser Lesetipp: Französische Bulldogge (Praxiswissen Hund) – Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung – von Anne Posthoff

3. Aussehen / Erscheinungsbild

Die Französische Bulldogge hat einen kräftigen, kurzen Körperbau mit einem typischen, kleinformatigen Erscheinungsbild eines Molosser. Er ist ein kleiner, muskulöser Hund. Den quadratischen Kopf mit seinen fledermausartigen Ohren ziert ein stumpfnasiges Gesicht. Das Haarkleid ist eng anliegend, dicht, fein und ohne Unterwolle.

Die Fellfarben sind sehr vielfältig:

Rot, mauve, weiß, milchkaffeefarben, fauve (falbfarben), gescheckt,

gestromt (eine Mischung von schwarzen, blonden, mittel- bis dunkelbraunen und nicht allzu dunkelrötlichen Haaren)

Gleichmäßiges Fauve, gestromt oder ungestromt, oder mit begrenzter Scheckung.

Gestromtes oder ungestromtes Fauve mit mittlerer oder überhandnehmender Scheckung.

Kleine, weiße Abzeichen sind bei gestromten Exemplaren erlaubt.

Völlig weiße Hunde fallen unter
„Gestromtes Fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung“

Die Hunderasse Französische Bulldogge - ein großer Schmuser
Die Hunderasse Französische Bulldogge – ein großer Schmuser

4. Geschichte:

Die Französische Bulldogge stammt wahrscheinlich von den Molossern Epiriens und des römischen Kaiserreiches ab. Im 13. Jh. wurden die Vorfahren das erstemal erwähnt mit dem Namen Bonddog bzw. Bolddog. In der damaligen Zeit wurden diese Hunde hauptsächlich zum Kampf gegen Bullen eingesetzt.

Die ersten Züchter dieser Rasse legten großen Wert auf Mut und Aggressivität bei den Hunden und bei ihrem äußeren Erscheinungsbild auf eine kurze Schnauze mit breiten Kiefern und einer zurück liegenden Nase. Die Rasse in ihrem heutigen Erscheinungsbild, ist durch verschiedene Kreuzungen entstanden, die die damaligen Züchter in den 1880 Jahren in den Arbeitervierteln von Paris vornahmen.

1835 sprach das englische Parlament für Hundekämpfe in ganz Großbritannien ein absolutes Verbot aus. Daraufhin wäre diese Rasse fast ausgestorben, da die Hunde, mit diesem Wesen, nicht als Haushunde geeignet waren. Es gab immer weniger Züchter und Hundeliebhaber dieser Rasse, in Ost-London und Nottingham haben sich dann die Weber und Spitzenklöppler der Zucht der kleinen Bulldoggen angenommen.

1836 ist erstmals ein Hund dieser kleinen Bulldoggen auf einer Hundeschau vorgestellt worden.

1856 gab es die erste Hundeausstellung in Newcastle.
Durch den großen Zuspruch solcher Veranstaltungen wurde die organisierte und geregelte Hundezucht in Großbritannien angeschoben.

1860 wurden erstmals Bulldogs auf der großen Dogshow in Birmingham ausgestellt. Für die Wertungsrichter war das richten dieser Hunde allerdings schwierig, denn die Hunde waren sehr unterschiedlich in Größe und Gestalt.

1862 teilte man in London diese Hunde in zwei Klassen eine für Leichtgewichte und eine für Schwergewichte auf. Außerdem gab es noch die Miniatur-Bulldogs.

1860 bis 1910 hatte der Miniatur-Bulldog oder Toy-Bulldog seinen Höhepunkt, die Damen der englischen Gesellschaft liebten diese kleinen Hunde sehr.

1880 wurde der erste Rasseverein in Paris gegründet.

1885 wurde das erste Zuchtbuch der Französischen Bulldogge eröffnet.

1886 entdeckte der Amerikaner Georges Phelps bei einem Frankreich-Aufenthalt diese Hunderasse er war so begeistert das er zwei Hunde mit zurück nach Amerika nahm. Diese Hunde hatten Stehohren so wurden sie dort dann auch in erster Linie so weitergezüchtet.

1887 wurde die erste Franzosische Bulldogge ausgestellt.

1893 stellte der Hunderichter Mr. Krehl sechs frisch importierte Französische Bulldogen auf  der Kennel Club Show (der bedeutendsten britischen Hundeausstellung) aus. Diese Hunde stahlen den Miniatur-Bulldogs die Show.

1898 wurde der Rassestandard erstellt.

1898 wurde die Französische Bulldogge als Rasse von der Société Centrale Canine anerkannt.
Den Durchbruch der Bekanntheit der Rasse in der ganzen Welt geschah, nachdem der englische König Eduard VII. eine Französische Bulldogge erwarb.

1906 nach langen Streitigkeiten trennte der englische Kennel Club als oberste Instanz, die Französischen Bulldoggen und die englischen Toy-Bulldogs. Es wurden seitdem keine Kreuzungen untereinander mehr geduldet. Darauf hin nahm die Zucht der  Miniatur-Bulldogs rapide ab. Seit 1930 ist diese Hunderasse ganz von der Bildfläche verschwunden.

1931/32 wurde der Rassestandard zum ersten mal geändert.

1948 wurde der Rassestandard ein zweites mal geändert.

1986 ist der Rassestandard zum dritten mal von H.F.REANT und R.TRIQUET (FCI-Veröffentlichung 1987) neu überarbeitet worden.

1994 wurde der Rassestandard durch das Comité du Club du Bouledogue Français unter Mitarbeit von R.TRIQUET bisher letztmalig geändert.
Im Laufe der Jahre sind die Eigenschaften eines Kampfhundes bei der Französischen Bulldogge herausgezüchtet worden, heute ist sie als Familienhund sehr gut geeignet und sie kommt auch gut mit Kindern aus.

6. Gesundheit / Krankheiten

Man geht mittlerweile davon aus, dass Französchiche Bulldoggen bei einer guten Pflege eine Lebenserwartung von 10-13 Jahren hat. Man sollte wissen, dass dieser Hund seine Körpertemparatur nicht gut regulieren kann, was teils am dünnen Fell, aber auch durch die Probleme der Atmung die durch die besonders flache Schnauze auftreten. Achte bitte ganz speziell darauf diesen Hund niemals extremen Temparaturen auszusetzen, gerade sommerliche Hitze verträgt diese kleine Rasse nur schlecht.

Hier listen wir einige der rassetypischen Krankheiten auf:

Allergien und Unverträglichkeiten / Bindehautentzündungen / Blasenentzündung / Kurzatmigkeit / Hautprobleme / Nickhautvorfall (betrifft vor allen Dingen weiße Hunde) / kurzatmigkeit / Keilwirbel (Hemivertebrae) angeborene Mißbildung der Wirbelsäule / Bandscheibenvorfälle / Verstopfung / Hitzschlag (neigt vor allem im Sommer leicht zur Überhitzung.)

Die Hunderasse Französische Bulldogge braucht viel Auslauf
Die Hunderasse Französische Bulldogge braucht viel Auslauf

7. Pflege

Die Fellpflege hält sich sehr in Grenzen, kommen Sie von einem Spaziergang, reicht es völlig aus den Hund mit einem feuchten Tuch abzureiben. Bzw. ein gelegentliches bürsten mit einem Pflegehandschuh reicht völlig .
Die Hautfalten des Bully´s sollten regelmäßig kontrolliert und sauber/trocken gehalten werden, da es sonst zu Entzündungen kommen kann. Eventuell müssen die verschiedenen Gesichts- und Körperfalten etwas eingecremt werden.
Auch eine regelmäßige Augenpflege sollte bei Hunden dieser Rasse erfolgen, einschließlich der Falten unter und über den Augen.
Die Ohren sollten alle 1-2 Wochen mit einem Ohrreinigungsmittel gereinigt werden, da sich sonst schnell Milben einnisten können.

Dieser Hund ist sehr empfindlich gegenüber großer Hitze und Kälte.
Im Sommer ist auf genügend Abkühlung  und schattige Plätzchen für sie zu achten und im Winter sollten die Spaziergänge bei sehr niedrigen Temperaturen etwas kürzer ausfallen.

8. Ernährung

Die verschmuste Französische Bulddogge neigt leider zu Übergewicht deshalb solltest du darauf achten das der Getreideanteil im Futter nur sehr gering ausfällt oder am besten gar nicht verarbeitet ist. Achte stets auf hochwertiges Futter und eine ausgewogene Ernährung. Du kannst den kleinen Frenchie mit Trockenfutter und Gemüse versorgen oder probier doch mal BARFEN aus mit Frischfutter. Am besten fährst du mit Hundefutter das einen hohen Fleischanteil aufweist.

9. Haltung

Sie ist durch ihr soziales Wesen ein idealer Familienhund der sich in einer Familie mit Kindern sehr wohl fühlt, aber auch bei Singles und alten Menschen ist sie gut aufgehoben. Auch in einer Stadtwohnung kann sie gut leben, da sie keine Neigung hat ins kläffen zu verfallen. Für die Zwingerhaltung ist diese Hunderasse allerdings völlig ungeeignet.

Bewegungsdrang 
Wenn man einen Hund dieser Rasse sieht könnte man auf den Gedanken kommen das dieser Hund nicht viel Bewegung braucht. Doch das entspricht nicht der Wahrheit, denn er liebt regelmäßige lange Spaziergänge. Zum Hundesport ist er aber aufgrund seiner körperlichen Statur nicht geeignet.

Dennoch gilt es, den Hund nicht zu überfordern (besonders an warmen Sommertagen), auch beim spielen geht dieser Hund kräftemäßig gern mal über ihre Grenzen wenn man ihm die selbigen nicht setzt.

Der Jagdtrieb der Französischen Bulldogge
Auf den Spaziergängen neigen die Hunde nicht zum Streunen da Französische Bulldoggen in der Regel keinen Jagdtrieb kennen und sie vertragen sich meistens gut mit anderen Artgenossen.

Die Französische Bulldogge lässt sich relativ leicht erziehen, dennoch muss die Erziehung von Konsequenz, Geduld und Liebe geprägt sein. Allerdings sollten sie von dieser Rasse keinen absoluten Gehorsam wie den von einem Deutschen Schäferhund erwarten.

Diese Hunde wollen “ihrem Menschen” gefallen und mitunter versuchen sie dann auch mit einem schief gelegtem Kopf und einem Unschuldsblick das zu bekommen was sie wollen (z.B. ein Leckerli oder aufs Sofa ect.). Ein extra Leckerlie sollte jedoch gut überlegt sein, denn er hat oft leichte Probleme mit dem Übergewicht, eine extra Streicheleinheit wäre da die bessere Variante.
Am liebsten wäre es ihm wenn seine Menschen immer um ihn sind, und abends wäre es sein größter Wunsch mit im Bett schlafen zu dürfen. Bevor sie ihm erlauben im Bett oder einem Körbchen im Schlafzimmer zu schlafen sollten Sie berücksichtigen das diese kurznasige Hunderasse schnarcht.

Übermäßige Hitze verträgt diese Rasse auch nicht besonders gut, wodurch Spaziergänge bei großer Hitze vermieden werden sollten.
Im Winter muss darauf geachtet werden das der Hund in Bewegung bleibt, durch das dünne, kurze Fell friert er leicht.

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