Den Hund beruhigen: Diese 10 Tipps sind einen Versuch wert

Hunde nehmen die Welt aufgrund ihres extrem feinen Geruchssinns und des exzellenten Gehörs anders wahr. Was für den Menschen nichts Ungewöhnliches ist, kann in den Ohren eines sensiblen Hundes sehr schnell zum extremen Stressfaktor werden. …

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Hunde nehmen die Welt aufgrund ihres extrem feinen Geruchssinns und des exzellenten Gehörs anders wahr. Was für den Menschen nichts Ungewöhnliches ist, kann in den Ohren eines sensiblen Hundes sehr schnell zum extremen Stressfaktor werden. Zu denken ist nur an den Lärm im Straßenverkehr, der den täglichen Spaziergang begleitet.

Stress zeigt sich bei jedem Hund anders: Der eine legt die Ohren an, zieht den Schwanz ein und zieht sich zurück. Wieder andere fangen nervös an zu bellen, mancher wird sogar aggressiv. Die Bandbreite zeigt, dass Stress beim Hund sehr unterschiedliche Formen annehmen kann. Handlungsbedarf besteht definitiv!

Warum gegen den Stress beim Hund vorgehen?

Das Erkennen von Stress ist somit der notwendige Anfang, um sich überhaupt erst Gedanken über die Beruhigung des Hundes machen zu können. Wer sein Tier beruhigen möchte, muss es gut kennen (lernen) und mit den folgenden Tipps gezielt in Stresssituationen oder bereits präventiv eingreifen. Der Tierarztbesuch und das Feuerwerk zu Silvester gehören sicherlich zu den klassischen Stressauslösern im Hundeleben. Oft sind es auch Erinnerungen an bestimmte Situationen, die ein Tier in Stress versetzen können.

Ignorieren oder vollständiges Vermeiden von Stresssituationen kann jedenfalls keine Lösung sein, da auf diesem Weg kein normaler Lebensalltag mehr möglich wäre. Zudem würde sich der Stress nur verstärken, wenn der Hund trotz Vermeidungsstrategie in eine stressauslösende Situation geraten würde.

Tipp 1: Bewegung und tägliche Routinen für einen entspannten Hund

Grundsätzlich sollten bereits Welpen so früh wie möglich an unterschiedlichste Alltagssituationen herangeführt werden. Je besser das gelingt, desto ausgeglichener wird der Vierbeiner durch das Leben laufen können.

Viel Bewegung, abwechslungsreiche Ernährung und tägliche Routinen (vor allem Spaziergänge zu bestimmten Uhrzeiten) sorgen für einen gefestigten Hund, der insgesamt stressresistenter ist. Handelt es sich um einen Hund aus dem Tierheim, so hat dieser nicht selten schlechte Erfahrungen gemacht. Hier ist dann das Feingespür der neuen Besitzer gefragt, um stressauslösende Faktoren zu identifizieren und mit einem der hier vorgestellten Tipps in den Griff zu bekommen.

Tipp 2: Bestimmte Stressfaktoren überwinden

Wer bestimmte Ängste durch Training mit dem Hund überwinden möchte, muss diese wie einleitend erwähnt erkennen. Halter wissen am besten, in welchen Situationen für den Hund purer Stress sind. Solche Situationen lassen sich dann regelmäßig trainieren, um den Hund daran zu gewöhnen. Hat der Hund Angst vor vorbeifahrenden Autos an der Straße oder deren Lichtern, sollte er behutsam immer wieder an diese Herausforderung herangeführt und belohnt werden. Gute Zusprache und durchaus auch Belohnungen können Lernerfolge und das tierische Selbstbewusstsein festigen.

Tipp 3: Leckerchen geben zur Stressreduzierung

Dieser Tipp geht Hand in Hand bzw. besser gesagt Pfote auf Pfote mit dem zweiten. Zur Konditionierung bzw. Belohnung können Leckerchen eine wichtige Rolle spielen, auch um den Hund zu motivieren. Sie sollten aber niemals ohne Ziel gegeben werden. Der Hund muss genau verstehen, warum er in welcher Situation ein Leckerchen bekommt. Die positiven Assoziationen können eine Stressreaktion dann nicht mehr schlimm erscheinen lassen.

In einer akuten ‚Notfallsituation‘ kann ein Leckerchen auch eine effektive Form der Ablenkung sein. Tierarztbesuche kommen nicht so oft vor und sie lassen sich auch nur bedingt üben. Insofern spricht hier nichts dagegen, Hunde mit Leckerchen bei Laune zu halten und zu beruhigen. Auch ein Kauknochen kann eine Lösung sein. Das Kauen wirkt nicht nur beruhigend, es setzt auch Glückshormone frei.

Achtung: Wie bei allen Tipps gilt auch hier, dass er nicht immer und nicht bei jedem Tier funktioniert. Ist der Stresspegel bereits sehr hoch, wird so mancher Hund auch ein Leckerchen verschmähen.

Tipp 4: Musik für die tierische Entspannung

Eigentlich ist es eine sehr naheliegende Idee, zumal Musik auf sehr viele Menschen eine beruhigende Wirkung hat. Müssen Hunde alleine bleiben können ruhige Töne in gedämpfter Lautstärke einen starken Einfluss auf den Hund haben, es kommt also definitiv auf einen Versuch an. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Geräte für Hunde, die Töne in sehr hohen Frequenzen wiedergeben. Diese sind nur für den Hund hörbar.

In akuten Stresssituationen wie einem Silvesterfeuerwerk kann Musik die Hintergrundgeräusche übertönen und dem Hund das entspannende Gefühl vermitteln, sich daheim in Sicherheit zu befinden.

Tipp 5: Beruhigungsmassage für den Hund

Körperliche Nähe kann sich auch bei Hunden sehr beruhigend auswirken. Im Einzelfall ist zu prüfen, ob der Hund in Stresssituationen körperliche Nähe akzeptiert. Sicherlich wird jeder Hund anders reagieren. Herrchen und Frauchen können mit einer Umarmung z. B. unmittelbare Sicherheit vermitteln. Auch eine Beruhigungsmassage kann sehr wirkungsvoll sein, weshalb Halter die Vorlieben ihrer Fellnase genau ergründen sollten.

Viele Hunde mögen das sanfte Ausstreichen der Ohren, andere mögen das sanfte Streichen von der Nase bis zum Kopf. Auch das etwas kräftigere Streicheln des Rückens signalisiert dem Hund, dass Herrchen und Frauchen beschützend ihre Hand ausstrecken!

Tipp 6: Entspannung konditionieren

In diesem Zusammenhang sprechen Hundetrainer auch von der so genannten Impulskontrolle. Mit dem Hund kann ein bestimmtes Signalwort trainiert werden, das dann in einer akuten Stresssituation aktiviert wird. Zu Hause lassen sich entspannte Auszeiten z. B. mit dem Wort ‚easy‘ konditionieren. Hört der Hund dieses Wort, wird er es mit einem positiven Gefühl verknüpfen und daraus Sicherheit ziehen können.

Merkt der Halter, dass der Hund gerade stark unter Stress steht, kann ihn das konditionierte Wort mental aus dieser Situation befreien.
Es bedarf sicher eines gewissen Trainings, bis diese Form der Konditionierung gelingt. Sie ist aber sehr wirksam, da sich alles unterbewusst abspielt. Der Hund wird also nicht unter Druck gesetzt, was sich per se sehr entspannend auswirken kann. Dieses ein Signalwort ist ein verlässlicher Anker, der dem Hund Orientierung und Sicherheit vermittelt.

Tipp 7: Eigenes Verhalten konsequent anpassen

Der Mensch und seine starke Führung verleihen dem Hund Sicherheit. Er lernt, sich in bestimmten Situationen auf Herrchen oder Frauchen verlassen zu können. Er wird durch die Führung des Halters aus seiner Sicht geschützt. Insofern erscheint es angebracht, mit dem Ziel der Beruhigung des Hundes selber auch ruhiger zu agieren.

Ungeduld führt nicht selten dazu, dass Hundebesitzer selber laut werden und Druck auf das Tier ausüben. Das ist in einer akuten Stresssituation aber sehr kontraproduktiv. Ein ruhiges, souveränes und letztlich beschützendes Verhalten zeigt dem Hund, dass alles in Ordnung ist und er sich auf Herrchen und Frauchen verlassen kann. Eine eher leise Stimme und direkte Zuwendung können einen sehr beruhigenden Einfluss auf den Hund ausüben.

Tipp 8: Zirbenkissen für einen entspannteren Hund

Kuscheln und Rückzugsmöglichkeiten wirken auf viele Hunde sehr entspannend. Nicht wenige Hunde haben eine Kuscheldecke oder ein Stofftier, das sie über alles lieben. Immer mehr Hundebesitzer entdecken die positive Wirkung eines Zirbenkissens auf Hunde. Hierbei handelt es sich um ein reines Naturprodukt, dessen Duft auf die feine Hundenase eine beruhigende Wirkung haben kann. Insgesamt kann sich mit diesem gemütlichen Begleiter der Schlaf verbessern, was zu einem entspannteren Grundwesen des Hundes beitragen kann.

Tipp 9: Pflanzliche Beruhigungsmittel für Hunde

Wo wir gerade bei der Kraft der Natur sind: Pflanzliche Beruhigungsmittel sind eine wunderbare Alternative, um ängstlichen oder auch stressanfälligen Hunden mehr Lebensqualität zu verleihen. In Frage kommen etwa Bachblüten, Lavendel oder Baldrian, die jede Haustierapotheke bereichern können. Tests werden zeigen, ob der Hund auf irgendein Mittel anspricht und wenn ja auf welches am besten. Die Verabreichung lässt sich mit Tabletten oder Tropfen im Regelfall problemlos im Lebensalltag sicherstellen.

Tipp 10: CBD Öl als Geheimtipp für gestresste Hunde

Auf der Suche nach einem natürlichen Beruhigungsmittel stoßen Hundebesitzer immer öfter auf die Kraft von CBD Öl für gestresste Hunde. Es handelt sich hierbei mit Cannabidiol um einen natürlichen Extrakt der Hanfpflanze, dem eine beruhigende und auch schmerzstillende Wirkung zugesagt wird. Insofern können auch Hunde mit chronischen Schmerzen von der Einnahme von CBD Öl profitieren. Nicht zu unterschätzen ist, dass auch Schmerzen mit purem Stress für Hunde verbunden sind.

Mittlerweile gibt es neben hochwertigen CBD Ölen für Menschen auch spezielle Produktlinien für Hunde, die mit Omega-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel einen sichtbaren Beitrag zur Fellpflege leisten können. In Foren zeigt sich, dass viele Hundebesitzer positive Erfahrungen mit CBD Öl gemacht haben. Es kommt also definitiv auf einen Versuch an, wenn der Hund sehr stark unter Stress leidet. Übrigens ist CBD Öl naheliegender, als viele Hundebesitzer es glauben mögen: Hunde verfügen selbst über ein Cannabinoid-System, mit dem CBD hergestellt wird.

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